Fahrkarten-Streit MVV gegen DB

München - Zwischen dem MVV und der Deutschen Bahn ist ein Streit um den Vorverkauf von Tickets entbrannt. Doch die DB sieht gute Gründe, diesen zu stoppen.

Der Plan der Deutschen Bahn, im MVV-Bereich den Vorverkauf von Verbund-Tickets aufzugeben, stößt auf Widerstand beim Münchner Verkehrs- und Tarifverbund.

Die Verbundexperten wollen die bestehende Regelung beibehalten. Erste Gespräche verliefen ohne Ergebnis. Der MVV betrachtet die Verhandlungen als noch nicht abgeschlossen. Nach seiner Ansicht soll die Angelegenheit dem Verbundrat mit den Gesellschaftern des MVV zur Entscheidung vorgelegt werden.

Wie exklusiv berichtet, plant die DB, zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember den Ticketverkauf umzustellen: Künftig gibt es MVV-Einzel- und Tagesfahrkarten nur noch für denselben oder für einen anderen Tag entwertet. Bisher konnten die Fahrkarten unentwertet auf Vorrat gekauft werden.

Hintergrund: Die DB will Graufahrer eindämmen. Das sind Menschen, die Tarifungerechtigkeiten umgehen: So zahlt der MVV-Kunde einerseits von Haar nach Aubing für 31 Kilometer S-Bahn nur 2,50 Euro bei der Einzelfahrt, für zehn Kilometer von Grafrath nach Fürstenfeldbruck aber fünf Euro. Wer das umgehen will, kauft beispielsweise zwei Kurzstrecken-Tickets zu 2,40 Euro, entwertet das erste in Grafrath und das zweite während des Aufenthalts in der Buchenau. Das wird künftig unmöglich.

MVV-Sprecherin Beate Brennauer: „Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile, wobei der Verbund die bisherige Regelung bevorzugt. Deshalb ist unser Verhandlungsziel, die jetzige Lösung beizubehalten. Noch wichtiger ist uns aber, eine einheitliche verbundweite Regelung mit genügend Vorlauf für die Information der Fahrgäste. Es kann nicht sein, dass man beim Verbundunternehmen MVG entwerten muss, bei der S-Bahn aber nicht. Das verwirrt die Fahrgäste und könnte zu großen Problemen bei der Fahrscheinkontrolle führen.“

Andreas Barth vom Fahrgastverband Pro Bahn klagt: „Es gibt keinen Grund, das Verfahren zu ändern. Der Vorverkauf bringt größere Flexibilität.“

Karl-Heinz Dix

Rubriklistenbild: © dpa

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