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Falkner Wolfgang Schreyer dreist bestohlen: Wo ist Habicht Fanna?

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Falkner Wolfgang Schreyer (53) und seine Fanna.

Unterschleißheim - Habicht „Fanna" war der neue Stolz von Falkner Wolfgang Schreyer (53). Umso empörter ist er, dass ein Unbekannter ihm das starke Weibchen gestohlen hat, am hellichten Tag.

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Habicht „Fanna"

Auf einem Pflock in Schreyers Garten an der Rosenstraße 4 saß der Raubvogel, angeleint mit drei Sicherheitsknoten, schon vorbereitet für die Kaninchenjagd. Nur eine knappe halbe Stunde war der Berufsfalkner vorher noch im Haus – als er zurückkam, war der Vogel weg und das hintere Gartentürl, nicht einsehbar von der Straße und vom Haus aus, stand offen. „So ein Dreistigkeit – ich kann es selbst kaum glauben“, sagt Wolfgang Schreyer.

Der Diebstahl passierte bereits am Dienstag vor Heiligabend, 22. Dezember, zwischen 14.45 und 15.15 Uhr. Nachdem er tagelang nach seiner Fanna gesucht hatte, hat Wolfgang Schreyer Anzeige erstattet. Die Polizei hofft auf Zeugenhinweise, unter Tel. 089/291 00 ans Kommissariat 64 im Polizeipräsidium München oder jede andere Polizeidienststelle.

Der Habicht finnischer Herkunft, den Wolfgang Schreyer erst im Juni bei einem Züchter in Niedersachsen gekauft hatte, hat einen Beschaffungswert von 3000 Euro. Das starke Tier ist exzellent für die Zucht geeignet. „Mir ist Fanna viel mehr wert. Man hängt ja auch an dem Tier“, sagt Schreyer. Seit seinem elften Lebensjahr ist er Falkner, später hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. An vielen Schulen hat er seine Tiere schon vorgeführt, die Eleganz und pfeilschnelle Jagd der Vögel demonstriert. 15 Tiere hat er, Falken, Habichte, Bussarde und Adler. Der Diebstahl von Fanna sei „ein herber Verlust“.

Schreyer argwöhnt, dass der Dieb ihn ausspioniert und eine günstige Gelegenheit genutzt hat. Der Falkner hatte am 22. Dezember mit Fanna auf Kaninchenjagd gehen wollen, alles vorbereitet und auch seine Hunde schon in den Wagen gesperrt. Wären die Tiere noch draußen gewesen, hätten sie den Täter nicht in den Garten gelassen. Als Schreyer Fannas Verschwinden bemerkte, macht er sich sofort mit seiner Tochter Sandra (26), selbst Falknerin, und deren Freund Michael (32) auf die Suche. Jeden Krähenschwarm haben sie beobachtet, denn die Rabenvögel würden einen Habicht als Freßfeind mit lärmendem Gekrächze zu vertreiben suchen. Tagelang haben sie die Suche fortgesetzt. Einen letzten Versuch hat Wolfgang Schreyer am Montag, 28. Dezember, unternommen, zusammen mit vier befreundeten Falknern. Keine Spur von Fanna.

Wolfgang Schreyer hat bereits früher Tiere verloren. Das ein Vogel von der Jagd nicht mehr zurückkehrt kann passieren, und zwei Tiere hat der Unterschleißheimer durch Autounfälle verloren. „Aber sowas ist mir in 42 Jahren noch nicht passiert!“ Damit der Dieb wenigstens weiß, dass er Fanna nicht so einfach verwerten kann, geht Wolfgang Schreyer jetzt in die Offensive und an die Öffentlichkeit. Damit er seine Fanna vielleicht doch noch zurückbekommt.

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