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NS-Raubkunstbilder kommen ins Netz

Fall Gurlitt: Jetzt geht die Tür auf

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Hier wohnte Cornelius Gurlitt

München - Langsam kommt Bewegung in den Fall Gurlitt. In der kommenden Woche werden alle 590 Werke, die als mögliches Raubgut gelten, im Internet gezeigt.

Die böse, böse Presse macht aus einer Mücke (Schätzwert des Gurlitt-Schatzes: eine Milliarde Euro, 1406 Bilder vor allem aus der klassischen Moderne) einen Elefanten. Und in Augsburg und Berlin kann man nicht mehr sein Süppchen kochen. Vorbei ist’s mit der Geheimhaltung, weltweit stürzen sich die Medien auf den Fall Gurlitt, weltweit hagelt es Unverständnis und Kritik bezüglich des Vorgehens der Staatsanwaltschaft – und die dilettantische Art und Weise, Forschungs- und Aufklärungsarbeit zu betreiben. Ein kleines Team um die Berliner Kunsthistorikerin Meike Hoffmann durfte sich viel zu lang um den Schatz kümmern – anderthalb Jahre, nicht mal ein Bruchteil ist bisher klar zugeordnet.

Dabei pressiert’s – und das hat nun endlich auch die Politik erkannt und erhöht den Druck –, denn die Eigentums-Verhältnisse sind alles andere als sicher: Welche Bilder haben die Nazis damals von jüdischen Besitzern geraubt oder zur Herausgabe gegen Billigstpreise gezwungen?

Jetzt geht die Tür auf – nicht die von Cornelius Gurlitt in seinem Salzburger Hexenhäuschen, sondern die Tür zu breiten, zügigen und kompetenten Forschungsarbeiten.

In der kommenden Woche werden alle 590 Werke, die als mögliches NS-Raubgut gelten, im Internet gezeigt. „Mit der Veröffentlichung auf der Plattform www.lostart.de kann die Herkunft der sichergestellten Kunstwerke so rasch und transparent wie möglich festgestellt werden“, sagte Ingeborg Berggreen-Merkel der SZ. Die Dame ist die Leiterin der jetzt ins Leben gerufenen Task Force (tz berichtete), die sich um die Aufarbeitung der Gurlitt-Gemälde bemühen wird.

Derweil lässt die Bundesregierung verlauten, dass sie ganz korrekt gehandelt habe: Man habe Verbindungen zu Experten hergestellt, im Übrigen lag die Federführung bei der Staatsanwaltschaft Augsburg, so Regierungssprecher Steffen Seibert.

Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus Münchner Fund

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Und Bayerns Ex-Justizministerin Beate Merk (CSU)? Setzt noch eins drauf: Sie wurde nicht von Beamten des Justizministeriums informiert. Passt ins Bild der Ex-Justizministerin, die mit einem Europaminister-Posten für ihre Leistungen (Mollath) belohnt wurde.

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Kunstfund in München - Chronologie

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tz

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