Fall Michaela Eisch: Auf der Spur des Mörders

München - Der Fall Michaela Eisch bewegt München. Weit mehr als 1000 Männer sind zum Massen-Gentest erschienen. Die tz klärt die brennenden Fragen rund um die Aktion - und verrät, wie es weitergeht:

So sehen die Einladungen zum Gentest aus

Es war die größte DNA-Reihenuntersuchung der Münchner Kriminalgeschichte – und sie hat nur ein Ziel: den Mörder der kleinen Michaela ­Eisch nach 26 Jahren vielleicht doch noch zu fassen. Von Freitag bis Sonntagabend hatten 1750 Männer die Gelegenheit, in einer Polizeisporthalle an der Führichstraße zum Speicheltest anzutreten. Stand Sonntagnachmittag sind rund 1200 erschienen. Die tz klärt Fragen rund um das so genannte Massenscreening – und wie es weitergeht:

Was erhofft sich die Mordkommission von dem Massenspeicheltest?

Den Mörder zu fassen. „Der Idealfall wäre, dass alle kommen und der Täter dabei ist – oder dass nur einer nicht kommt“, sagt Markus Kraus, Chef der Mordkommission.

Was passiert mit jenen Männern, die keine Probe abgeben?

„Nicht-Erscheinen führt nicht automatisch zum Tatverdacht“, erklärt Kraus. Aber: Wer sich weigert, wird schon gefragt, warum er keine Probe abgeben will.

Wie lange dauert die Auswertung der Proben und was passiert danach mit ihnen?

Die DNA-Proben werden vom Institut für Rechtsmedizin ausgewertet und mit der Täter-DNA verglichen. Die Untersuchung einer einzelnen Probe dauert sieben Stunden. Die Auswertung aller Proben wird etwa einen Monat dauern. Alle Speichelproben, die nicht identisch mit der Täter-DNA sind, werden danach vernichtet.

Warum wurden nur Männer zwischen 51 und 71 Jahren zum Speicheltest gebeten?

Am Tag ihres Verschwindens, dem 17. Mai 1985, hatten zwei Zeuginnen Michaela Eisch unabhängig voneinander mit einem Mann gesehen. Eine Frau sah die beiden an der Isar, die andere beobachtete sie in der Nähe des Wasserkraftwerks an der Braunauer Brücke. Hier fanden Arbeiter gut einen Monat später die Leiche des Mädchens. Der Mann wurde als etwa 30 Jahre alt beschrieben. Deshalb waren Männer, die zur Tatzeit zwischen 25 und 45 Jahre alt waren, zum DNA-Test geladen.

Weshalb wurden nur Männer aus dem Umkreis der Maikäfersiedlung geladen?

Die Zeuginnen, die Michaela mit dem Mann gesehen hatten, haben ihren Umgang als vertraut beschrieben. Michaela machte nicht den Eindruck, als würde der Mann sie zwingen, mit ihr zu gehen. „Wir gehen deshalb davon aus, dass sie ihren Mörder kannte“, erklärt Markus Kraus. Insgesamt wurden 2700 Männer aufgerufen, eine Speichelprobe abzugeben. 1750 davon wohnen noch in München oder im näheren Umkreis. Die restlichen können ihre Probe bei der Polizei an ihrem neuen Wohnort abgeben.

Jacob Mell

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