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Fall Sonja Engelbrecht: Geben Überreste der jungen Münchnerin Antworten auf die offenen Fragen?

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Von: Nadja Hoffmann

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Die Knochensuche im Wald von Kipfenberg ist abgeschlossen – nun laufen die forensischen Untersuchungen in München. Sie geben im besten Fall Antworten auf die Frage, was mit Sonja Engelbrecht passierte. 

München - Das Schicksal von Sonja Engelbrecht beschäftigt seit 27 Jahren die Polizei. Jetzt haben fünf Tage genügt, um etwas Licht in den mysteriösen Fall zu bringen, der 1995 ganz München erschütterte. Damals verschwand die 19-Jährige spurlos. Jetzt haben Ermittler ihre Überreste in einem Wald nahe Kipfenberg (Landkreis Eichstätt) gefunden. Die Suche ist, wie Polizeisprecher Werner Kraus bestätigt, inzwischen abgeschlossen. Der Fokus liegt nun auf den Untersuchungen der Rechtsmedizin.

Fall Sonja Engelbrecht: Neue Entwicklungen nach über 25 Jahren - Skelett sichergestellt

„Wir konnten einen Großteil des Skeletts sicherstellen“, sagt Kraus. Zu den Funden gehört auch der Schädel der jungen Frau. Am vergangenen Dienstag hatte der Suchtrupp, zu dem 100 Beamte aus München sowie der Präsidien Oberbayern Nord und Süd gehörten, zunächst einen Kieferknochen samt einiger Zähne gefunden. Unterstützt wurden die Beamten von speziell geschulten Suchhunden aus Kroatien. Wertvoll war auch die Beteiligung der Alpinen Einsatzgruppe. Denn Sonjas Körper war in einer bemoosten Felsspalte an einem steilen Hang abgelegt worden. Dort fand man die Überreste. Erschwert wurde die Suche dadurch, dass die Leiche schon so viele Jahre lag und Teile des Skeletts wohl von Tieren weggeschleppt worden waren.

Polizisten suchen ein Gebiet im Wald ab, an dem zuvor menschliche Knochen in einer Felsspalte gefunden worden sind.
Polizisten suchen ein Gebiet im Wald ab, an dem zuvor menschliche Knochen in einer Felsspalte gefunden worden sind. © Peter Kneffel/dpa

Vermisstenfall Sonja Engelbrecht: Knochenfund brachte alles ins Rollen

So wie der Oberschenkelknochen, der vor zwei Jahren rund 200 Meter entfernt von der Spalte entdeckt worden war und der Bewegung in den Fall gebracht hatte. Zunächst konnte der Knochen, wie berichtet, nicht zugeordnet werden. Modernste DNA-Technologie brachte ein Jahr später aber das Ergebnis, was für Schlagzeilen sorgte: Der Oberschenkelknochen enthielt zweifelsohne das Erbgut von Sonja Engelbrecht. Eine erste Suche im vergangenen November musste dann aber witterungsbedingt verschoben werden. Auf die vergangene Woche, in der die Beamten schnell Erfolge melden konnten.

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Fall Sonja Engelbrecht: Untersuchungen laufen auf Hochtouren - bringen sie Licht ins Dunkel?

Mit den neuen Funden laufen die forensischen Untersuchungen in München auf Hochtouren. Wann Sonja Engelbrechts Überreste für eine Bestattung freigegeben werden können, lässt sich noch nicht abschätzen – aber dass das geschehen wird, ist laut Polizei sicher.

Die Ermittler wollen jetzt vor allem Informationen zur Todesursache bekommen. Wichtig sind ihnen aber auch die Spuren, die sie vor Ort sicherten. Helfen sie, endlich die Frage zu klären, was fast auf den Tag genau vor 27 Jahren passierte? An jenem schicksalhaften 11. April 1995 hatte die Laimerin mit Freunden im Lokal „Vollmond“ an der Schleißheimer Straße gefeiert. Gegen zwei Uhr in der Nacht lief sie mit einem Schulkameraden zum Stiglmaierplatz. Weil ihr das Geld für ein Taxi fehlte, wollte sie ihre Schwester anrufen, um sich abholen zu lassen. An der Telefonzelle, verlor sich dann ihre Spur – für 27 Jahre. (Nadja Hoffmann)

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