Jetzt muss der 21-Jährige in den Knast

Falle Facebook! Er erpresste Minderjährige

München - Den absoluten Horror bei Facebook erlebten sechs Münchner Mädchen. Der 21-Jährige (21) hatte sie heimlich fotografiert oder Nacktbilder erpresst. Jetzt muss er ins Gefängnis.

Millionen Jugendliche lieben Facebook, schreiben ihren Freunden über das Internet-Portal Nachrichten oder flirten. Ein paar Klicks, ein bisschen chatten – was soll da schon passieren? Die bittere Wahrheit: Cybermobbing, sexuelle Nötigung, Erpressung und Rufmord. Diesen Horror erlebten sechs Münchner Mädchen. der 21-Jährige (21) hatte sie heimlich fotografiert oder Nacktbilder erpresst – und bedrohte seine teilweise noch minderjährigen Opfer damit. Am Montag landete der Fall vor dem Amtsgericht.

Im schicken rosa Hemd und Karo-Schal setzt sich der 21-Jährige auf die Anklagebank. „Ich gebe alles zu“, stammelt er mit hängendem Kopf.

Mit einer Marie (17, alle Namen geändert) verabredet er sich im September 2012 zum Videochat beim Anbieter Skype und fordert sie auf, sich selbst zu befriedigen – währenddessen speichert er Standbilder von ihr und droht fünf Tage später, die Fotos bei Facebook hochzuladen. Aus Angst, dass ihre Freunde das sehen, lässt sich das Mädchen sogar überreden, mit dem 21-Jährige zu schlafen.

Mit dieser Masche nötigt der 21-Jährige auch andere Mädels – so wie Nadja (20). Ihren Namen kennt er von Freunden, schreibt sie an und droht, fiese Gerüchte auf Facebook über sie zu verbreiten. Nur, wenn sie innerhalb von 30 Minuten Nacktbilder in fünf verschieden Posen schicke, ließe er es sein. Getrieben von der Angst vor öffentlicher Bloßstellung fotografiert sich Nadja mit gespreizten Beinen im Bad. Aber der 21-Jährige kennt keine Gnade: Nacktbilder, die er von anderen Mädels erpresst hat, schickt er seinen Kumpels oder stellt sie trotzdem ins Netz – teilweise mit der Handynummer des Mädchens und dem Aufruf: „Macht die Hure fertig.“ Bei dem Fotoportal Instagram stellt er außerdem Hakenkreuze ein.

„Wieso das alles?“, fragt die Richterin. Da schaut er zu Boden und sagt: „Ich erkenne mich selbst nicht wieder.“ Früher war er selbst Mobbing-Opfer und wurde übel im Internet beschimpft. Sein Tatmotiv: Rache. Nur zwei der sechs Mädels kannte er persönlich, die anderen bedrohte er aus reiner Lust. „Ich habe mich da reingesteigert“, räumt der 21-Jährige kleinlaut ein.

„So funktioniert die Welt nicht“, sagt die Richterin und brummt der 21-Jährige zwei Jahre Jugendstrafe auf. Vier Wochen muss er in den Jugendknast. Zudem muss er je 1500 Euro Schmerzensgeld an zwei Opfer zahlen. Sechs Monate darf er sich danach bewähren. Aber: „Ich verbiete Ihnen in dieser Zeit, Facebook zu benutzen!“

Andreas Thieme

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