Falsche Nase – Model will Geld nach Schönheits-OP

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München - Tamara A. fühlt sich hässlich, verschandelt durch eine Nasenoperation bei einem plastischen Chirurgen in der Münchner Arabellaklinik. Deswegen ist das Fotomodel vor Gericht gezogen.

Die Russin will mindestens 8000 Euro Schmerzensgeld und 65 000 Euro Schadenersatz. Durch die Entstellung seien ihr Foto-Shootings entgangen. Das Landgericht hat im April ihre Forderung zurückgewiesen: kein Behandlungsfehler. Auch vor dem Oberlandesgericht hat das Model schlechte Karten. Der Senat konnte keine Entstellung erkennen, riet zur Berufungsrücknahme. Doch Tamara A. besteht auf ein Urteil: „Ich wollte eine schmalere Nase, jetzt ist sie breiter“, klagte sie mit den Tränen kämpfend.

Das Model mit Medien-Studium ist im März 2004 operiert worden. Ihr Wunsch: Die Nasenspitze sollte „enger“ werden. Tamara A. hatte damals schon zwei Eingriffe in Stuttgart hinter sich, zunächst wegen einer Atmungsbehinderung, dann zur Korrektur des Äußeren. Danach war zwar die Nasenspitze kürzer, jedoch verbreitert. Das sollte Dr. H. ändern. A. war mit dem Ergebnis nicht zufrieden.

Das Landgericht stützte sein Erst-Urteil auf ein Gutachten. Demnach ist das Ergebnis der Operation zwar „in der Tat unbefriedigend“. Das Aussehen der Nase sei angesichts des Berufes der Frau „ersichtlich problematisch“. Aber dies ist laut Landgericht Folge „eines operationsimmanentes Risiko" und nicht auf einen Behandlungsfehler zurückzuführen.

Damit wollte sich die Russin nicht zufriedengeben. Sie focht die Entscheidung an. Zur Neuauflage ihres Prozesses kam das Model – wie schon in erster Instanz – persönlich, um den Richtern den Grund der Klage vor Augen zu führen. Die Reaktion war nicht im Sinne der jungen Frau. Eine Nase sei ein „dynamisches Objekt“, befand die Vorsitzende. Wie sie sich infolge einer Operation entwickle, sei nicht hundertprozentig vorhersehbar. Wie nach dieser Äußerung das Urteil – vermutlich im Januar – ausfallen wird, kann sich A. wohl vorstellen. Wenn sie dennoch auf eine Entscheidung besteht, strebt sie womöglich den Gang zum Bundesgerichtshof an.

Sarah List

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