Es ging um Millionen

Falsche Prinzessin muss viele Jahre in Haft

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Um Millionen hat Christina S. ihren Ehemann betrogen und muss sich jetzt vor Gericht verantworten.

München - Sie heiratete einen Millionär, zwei Jahre später hatte sie ihn bettelarm gemacht. Das Münchner Landgericht schickte eine falsche Prinzessin jetzt für mehrere Jahre hinter Gitter.

Die falsche Prinzessin ist vom Münchner Landgericht wegen Millionenbetrugs an ihrem damaligen Ehemann zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Die Strafkammer ging am Montag davon aus, dass die 34-Jährige zwischen 2008 und 2010 das Opfer, einen Wirtschaftsanwalt, mit Hilfe von Droh-Szenarien um knapp drei Millionen Euro gebracht hat.

Im Prozess um den Millionenbetrug der falschen Prinzessin an ihrem damaligen Ehemann hatte die Staatsanwaltschaft sieben Jahre und neun Monate Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte am Montag vor dem Landgericht auf Freispruch. In ihrem ausgedehnten Schlusswort stellte sich die Angeklagte als Opfer ihres Ex-Mannes dar, der sie immer wieder geschlagen habe. Um seine Geschäfte habe sie sich nie gekümmert.

Die junge Frau hatte sich der Staatsanwaltschaft zufolge bewusst einen wohlhabenden Anwalt als Ehemann ausgesucht und ihn in gut zwei Jahren um sein gesamtes Vermögen gebracht. Sie gab sich als italienische Prinzessin und Großnichte eines despotischen Clan-Chefs mit Mafia-Kontakten aus. Mit Droh-Szenarien hat sie dem Staatsanwalt zufolge ihren inzwischen geschiedenen Mann zwischen 2008 und 2010 um die millionenteure Wohnung in Schwabing gebracht und ihm immer wieder hohe Bargeldbeträge abgeluchst. Der Mann war zum Schluss bettelarm und lebte zeitweise von Hartz IV. Seine Frau habe nicht davor zurückgeschreckt, ihr ruiniertes Opfer auch noch mit Verleumdungen und Strafanzeigen zu überziehen.

Die Verteidigung ging dagegen von der Version der Angeklagten aus, wonach sie ihren Mann nicht betrogen habe und in Wirklichkeit in dieser Ehe das Opfer gewesen sei. Das Urteil steht noch aus.

Der Adoptivvater der 34-Jährigen war als ihr Komplize im Sommer mit drei Jahren und elf Monaten Freiheitsentzug bestraft worden. In den Urteilsgründen sprach der Vorsitzende von einem nicht ganz klaren Verhältnis zwischen dem pensionierten Spitzenbeamten der bayerischen Staatskanzlei und der 22 Jahre jüngeren Frau, die für ihn möglicherweise mehr als eine Tochter und jedenfalls die treibende Kraft bei dem Schwindel gewesen sei. Im Gegensatz zu ihr hat der 56-Jährige den Betrug zugegeben. Zum Prozess gegen die Adoptivtochter war er nicht als Zeuge geladen, weil er die Verweigerung der Aussage als Angehöriger angekündigt hatte.

dpa

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