Elektroauto-Klau

Familie schenkt gelähmtem Felix (4) neuen Flitzer

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Felix (4) bei der Probefahrt mit Mama Elisabeth Baumgartner (r.) und Spenderin Neli ­Georgieva.

München - Was für eine Frechheit: Diebe schleichen sich in den Keller eines Wohnhauses und klauen ein Elektroauto – das Spielzeug eines Kindes. Klingt unglaublich. Aber genau das ist Familie Baumgartner aus Garching passiert.

Der blaue Buggy des vierjährigen Felix war von einem Tag auf den anderen verschwunden. Die Dreistigkeit der Diebe ärgert auch die Münchnerin Neli Georgieva (42). Deshalb schenkte ihre Familie dem gelähmten Bub kurzerhand ein neues Auto, damit er wieder Gas geben kann.

Und Felix hat sich sofort in den giftgrünen Flitzer verliebt. Gemeinsam mit Georgievas Sohn Hristian (4) drehte er gleich ein paar Runden im Hof. Die Eltern fanden kaum Zeit, gemeinsam einen Kaffee zu trinken, so begeistert war Felix vom Autofahren. „Er ist überglücklich“, sagt seine Mama Elisabeth Baumgartner. Und das Beste: Das neue Elektroauto fährt sogar ein bisserl schneller als das alte. „Das hat Felix gleich bemerkt.“

Das Auto ist das Lieblingsspielzeug des Vierjährigen. Er leidet an einer Cerebralparese. Eine Hirnschädigung, die dazu führt, dass Felix’ Beine nicht wollen. Aber mit dem Buggy ist der Bub mobil. Eigentlich sollte er das alte Elektroauto von Hristian bekommen. Der wächst langsam aus seinem schnittigen Cabrio heraus. Nur leider konnten Neli Georgieva und ihr Mann Bobi Borisov keine passende Fernbedenung auftreiben, mit dem Papa Michael das Auto steuern kann. Denn Felix selbst hätte seinen Flitzer nicht unter Kontrolle. Deshalb kaufte Neli Georgieva für Felix einen Neuwagen.

"Felix ist so ein wunderbarer Junge"

„Seine Eltern waren ganz schön überrascht, als in unserer Wohnung dann zwei Autos standen“, ­verrät Georgieva lachend. „Aber Felix ist so ein wunderbarer Junge. Wir haben das wirklich gern gemacht.“

Elisabeth und Michael Baumgartner sind überwältigt von der großen Resonanz, die der Bericht über das gestohlene Elektroauto hervorrief. Mehrere Familien und ein Autohaus boten ihre Hilfe an.

„Wir dachten gar nicht daran, dass uns jemand etwas schenken könnte. Wir wollten eigentlich nur zeigen, dass sogar Kinder bestohlen werden“, sagen die beiden. Damit ihr Felix nicht wieder Opfer von Elektroauto-Dieben wird, sperren sie sein neues Gefährt in Zukunft ab.

Von Beate Winterer

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