Familien-Bande schlägt 55 Mal zu

München - Bei Angiolo G. (48) und seinen Söhnen Sony (21) und Claudio (25) gewinnt das Wort Familienbande eine neue Bedeutung: Das Trio beging einen Einbruch nach dem anderen, kein Geldschrank war ihnen zu schwierig!

Jetzt wird den dreien vor dem Landgericht München I der Prozess gemacht. 55 Taten listete Oberstaatsanwalt Kai Gräber auf. Allein bei einem Münchner Ehepaar erbeuteten die Ganoven Schmuck, Uhren und Bargeld im Wert von über 1,8 Millionen Euro. Die Gesamtschaden beträgt laut Anklage fast fünf Millionen Euro!

Standesgemäß reiste die aus Süditalien stammende Familie im Wohnmobil im Wert von über 300 000 Euro durch Deutschland. Während Mama ihre Söhne und ihren zigfach vorbestraften Ehegatten bekochte, gingen diese auf Raubzug. Ganz gezielt suchten sie sich Villen in noblen Wohnvierteln aus: Im Raum München waren dies vor allem der Stadtteil Bogenhausen, Grünwald, Pullach und Gräfelfing. Schwere Wand-Tresore stellte für die Panzerknacker kein Hindernis dar. Diese wurden mit Spitzhacken brachial aus ihrer Verankerung gerissen und mit einem Trennschleifer geöffnet.

War ein passender Standort fürs Wohnmobil gefunden, schwirrten einzelne Familienmitglieder aus, um geeignete Objekte zu finden. Während ihrer Beutezüge im Raum München hatte sich Familie G. Sulzemoos als Standort ausgesucht. Als besonders lohnend erwies sich Pullach: In einer Villa erbeuteten die Ganoven Wertsachen für 671 000 Euro, nur ein paar Häuser weiter holten sie aus einem Tresor Geld und Goldmünzen für 349 000 Euro. Nach ihrem erfolgreichsten Einbruch in München am 12. Februar 2011 mit 1,8 Millionen Euro Beute, konnte die Polizei die Fährte aufnehmen.

Bandenboss Angiolo G. (Verteidiger Steffen Ufer) kriegt voraussichtlich die Höchststrafe von zehn Jahren. Sein Pech: In Italien hat er auch noch sechs Jahre Knast abzusitzen. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

Eberhard Unfried

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