Großer Spaß, aber auch große Verantwortung

Familienprogramm im Circus Krone

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Jana ­Mandana und Ehemann Martin Lacey im neu aufgebauten Krone-Zelt.

München - Nein, das ist nicht einfach bloß irgend so ein Zelt – das ist eine eigene kleine Stadt. Wir sind auf der Theresienwiese. Hier, wo der Circus Krone ab Donnerstag sein neues Programm namens Evolution zeigt (siehe unten).

Wer schon im Vorfeld mal durchs Zelt oder drumrum schlendert, der stellt schnell fest: Das alles ist ein Riesenaufwand. Noch stärker als sonst im Winter – im Krone-Bau an der Marsstraße – wird einem bewusst, dass zur großen Gaudi auch eine große Verantwortung gehört. Krone ist ein mittelständisches Unternehmen.

Junior-Chefin Jana Mandana sagt: „Dazu gehören mehrere hundert Mitarbeiter …“ Allein 65 dieser Leute sind Artisten. Aber das ist noch längst nicht alles. Tierpfleger, Verwaltung, Elektriker, Musiker, eine eigene Feuerwehr, und, und, und … Jana Mandana, die zusammen mit Mutter Christel Sembach-Krone die wichtigen Entscheidungen im Unternehmen trifft, sagt: „Wir haben allein drei Damen, die sich nur um die Kostüme kümmern …“

Und dann, wenn die Kostüme passen: rein ins Zelt! nebenbei bemerkt: ins größte Zirkuszelt der Welt. Innen sind das 19 Meter Höhe außen 24 Meter. Die Plane, rissfest und mit Spezialbeschichtung, ist eine Million Euro wert. Drumrum gruppieren sich Hunderte von Wagen, in denen die Leute wohnen, in denen Material lagert, und, und, und … Sie merken schon: aufwändig, das alles. Da passt dann auch diese Zahl ganz gut ins Bild: Ein einziger Krone-Tag verschlingt rund 20 000 Euro an Betriebskosten. Verständlich, schließlich wollen ja zum Beispiel auch 200 Tiere gefüttert werden.

Das alles funktioniert nur mit seriöser Planung. Jana Mandana sagt: „Ich bin damit aufgewachsen, dass man nicht alles auf einmal machen kann. Man muss vernünftig planen. Ich bin ein sparsamer Mensch.“ Muss man auch sein – weil die großen Rechnungen eh schneller daherkommen, als einem lieb ist. Zum Beispiel, wenn es, wie vor kurzem, darum geht, die komplette Lastzug-Flotte zu erneuern …

Wobei auch klar ist: Ein Zirkus wie Krone bleibt – trotz seiner Größe – am Ende ein Familienunternehmen. Das heißt: Auch die Chefs arbeiten jeden Tag selber mit. Jana Mandana tritt nicht nur in der Manege mit Pferden und Elefanten auf, sie schreckt auch vor dem Stall nicht zurück. Sie sagt: „Ich versuche, ein Vorbild zu sein. Ich will nicht von den Mitarbeitern enttäuscht werden, also darf ich im Gegenzug auch sie nicht enttäuschen. Ich bin abends um elf da – und am nächsten Tag in der Früh bin ich auch wieder da …“

Spricht’s – und lächelt. Anders als mit Spaß kann man den Rund-um-die-Uhr-Job ja eh nicht machen. Außerdem nötig: Menschenkenntnis und Verständins für die Mitarbeiter. Grad die Artisten als Künstler haben ja ihre Eigenheiten. Jana Mandana: „Ich weiß, wen ich wie nehmen muss …“

Die Summe der Mühen gibt’s ab morgen auf der Wiesn zu sehen.

Das Programm

Das neue Tournee-­Programm des Circus Krone heißt Evolution, also „Entwicklung“. Logisch: Dazu gehören klassische Krone-Nummern wie Martin Laceys ­Raubkatzen-Dressuren, aber auch eine spektakuläre Jonglage-Darbietung. Krone gastiert von morgen an bis einschließlich Sonntag, 12. April, auf der ­Theresienwiese. Täglich (außer Karfreitag) Nachmittags- und Abendvorstellung. Karten bei Münchenticket oder direkt an der Circuskasse. Übrigens: Eine Weltpremiere gibt’s auch, nämlich das neue Todesrad des narrischen Luft-Akrobaten Crazy Wilson.

Uli Heichele

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