Wegen Brunnen-Streit

Eklat beim Tanz der Marktweiber: Standl-Chefin rüffelt OB auf der Bühne

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Großer Auftritt: Der Tanz der Marktweiber lockte zahlreiche Zuschauer an.

Der Tanz der Marktweiber gilt eigentlich als Quell guter Laune. Diesmal kommt es rund um das Event jedoch zu einem Aufstand der Markt-Händler gegen die Stadt und besonders OB Dieter Reiter.

München - Der Tanz der Marktweiber ist der Höhepunkt des Münchner Faschings. Es geht lustig zu, in bunten Kostümen, mit Auftritten der Schäffler und der Garde. Auch OB Dieter Reiter (60, SPD) und Kommunalreferentin Kristina Frank (37, CSU) ernteten ein paar Lacher bei ihren Ansprachen, außerdem wurde beiden der Narrhalla-Orden verliehen. Aber offenbar ist dem Rathaus-Chef das Lachen danach gründlich vergangen. Grund war der Auftritt von Händler-Sprecherin Elke Fett (72). Eklat beim Tanz der Marktweiber!

Das war passiert: Marktfrau Elke Fett nutzte die Bühne, um erneut ihrem Unmut ein bisschen Luft zu machen. „Wenn es im Rathaus ein Problem, das speziell unseren Viktualienmarkt betrifft, zu lösen gibt, bitte ich unseren Oberbürgermeister Dieter Reiter und alle unsere Stadträte nicht im Parteienklüngel, sondern mit Sachverstand zu entscheiden.“ Rumms!

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Mittendrin statt nur dabei: OB Dieter Reiter verging das Lachen später noch.

Händler fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen

Hintergrund: Am Donnerstag hatte der Stadtrat mit knapper Mehrheit entschieden, dass die Regeln für den Viktualienmarkt nicht verschärft werden. Das hatten sich aber Teile der Händler gewünscht - die Marktaufsicht sollte Platzverweise verhängen dürfen, weil eine Gruppe Biertrinker am Liesl-Karlstadt-Brunnen das Markttreiben störe. Der Stadtrat sah das anders, jedoch weniger aus sach-, sondern mehr aus parteipolitischen Gründen. Fett hatte bereits nach der Sitzung getobt: „Die Stadt lässt uns hängen!“

Nach ihrer Rede beim Tanz nun soll Reiter Fett den Handschlag verweigert und gesagt haben: „Das wird Ihnen noch leidtun.“ Reiter bestreitet das. Zur tz sagte er: „Ich habe den aus meiner Sicht deplatzierten Auftritt weder auf der Bühne direkt noch Frau Fett gegenüber irgendwie kommentiert. Und das werde ich auch weiterhin nicht tun, egal, was sie behauptet.“ Rumms!

Tatsächlich gehen die Meinungen über Fetts Auftritt auseinander. Einige sprachen von einer Art Büttenrede, die man nicht zu ernst nehmen sollte. Andere wiederum fanden die Worte unangemessen. Derlei Statements hätten beim Fasching nichts zu suchen. „Die Sprecherin der Tanzenden Marktfrauen hat am Ende für mehr Miteinander und Menschlichkeit geworben“, sagt ein Besucher. „Daran sollten wir uns halten.“

Tina Layes, Sascha Karowski

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