"Die erste Hürde ist genommen"

Viktualienmarkt: Tanzen sie ins Weltkulturerbe?

München - Was für eine Gaudi – der Faschingsdienstag gehört den Standlfrauen vom Viktualienmarkt. Diesmal nicht bloß für den traditionellen Tanz, sondern auch ganz amtlich-offiziell, weil der Markt eine Hürde auf dem Weg zum Unesco-Weltkulturerbe genommen hat.

Es ist der Höhepunkt des Münchner Faschings: Wenn am Faschingsdienstag die Marktweiber auf dem Viktualienmarkt zum Tanz bitten, klatschen und schunkeln Zehntausende Narren im Takt. Flatternde Röcke, knallbunte Hüten und jede Menge gute Laune – so lieben die Münchner ihren Faschingsendspurt, so lieben die Münchner ihre Marktweiber!

Kult sind die Damen ja schon lange – und bald auch Kulturerbe? „Die erste Hürde haben wir genommen“, sagt Elke Fett, Sprecherin der Marktkaufleute. Denn: „Seit Dezember stehen wir auf der bayerischen Bewerbungsliste für das immaterielle Weltkulturerbe.“

Elke Fett mit Ex-Unesco-Botschafter Hans-Heinrich Wrede (l.) und Schatzmeister Toni Höss mit Unesco-Bewerbung.

Allerdings: Damit ist es noch ein weiter Weg bis hin zum tatsächlichen Status als Unesco-Weltkulturerbe und damit zur Augenhöhe etwa mit der Chinesischen Mauer und dem Kölner Dom. Nach dem Platz auf der offiziellen bayerischen Liste müssen es Fett und ihre Mitstreiter als nächstes auf die Deutschland-Liste der Bewerbungen schaffen. Danach erst kommt die internationale Liste. Fett: „Trotzdem ist die bayerische Liste das Wichtigste, was wir erreichen konnten.“

Zwei volle Jahre habe sie für die Aufnahme in die Liste gekämpft, erst im vergangenen Dezember habe ihr das Kultusministerium den Erfolg mitgeteilt. „Wir wollten ganz einfach, dass man auf uns aufpasst! Jetzt kann hier saniert und renoviert werden – aber wir können nicht mehr länger wegrationalisiert werden“, jubelte Fett gestern gegenüber der tz.

Sie sagt, ein Etappensieg sei nun errungen. Jetzt bekomme der Viktualienmarkt endlich die Aufmerksamkeit, die er verdiene. Die Marktleute hatten sich von der Bewerbung mehr von eben dieser Aufmerksamkeit erhofft, um die Atmosphäre des beliebten und weltberühmten Marktes zu erhalten, den pro Jahr 5,5 Millionen Menschen besuchen.

Jene Besucher, die vielleicht dank Weltkulturerbe noch ein bissl zahlreicher ins Herz Münchens kommen würden. Zum Schauen. Zum Staunen. Und vielleicht auch zum Einkaufen …

Tobias Scharnagl

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Tobias Scharnagl

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