Drei Männer vor Gericht

Fast 30 BMW geknackt: So dreist ging die Navi-Bande vor

Sie brachen in Dutzende BMW ein und klauten alles, was sich ausbauen ließ. Ihr Diebesgut verhökerten sie auf Ebay. Nun saß die „Navi-Bande“ auf der Anklagebank.

München - Die drei Angeklagten gehen fast als seriöse Autohändler durch mit ihren gebügelten Hemdkragen und akkurat getrimmten Bärten. Das Geschäft lief gut für die jungen Unternehmer: Sie verkauften teure Navigationssysteme, Lenkräder, Airbags für Autos der Marke BMW bei Ebay. Es gab nur ein Problem: Jedes einzelne Teil war geklaut! Ab März 2015 sollen die drei knapp 30 3er BMW in und um München aufgebrochen haben. Seit Dienstag sitzen sie vor Gericht.

Ahmed P. (27, Name geändert), Student der Automobilinformatik, soll der Kopf der Bande gewesen sein. Er soll in der Vergangenheit schon illegal an Tachos herumgedreht haben. Seit einem Jahr sitzt er in U-Haft. Seine Komplizen, ein Automechaniker (bei BMW!) und ein Handyverkäufer, 22 und 21 Jahre alt, dürfen weiterhin zuhause bei ihren Familien wohnen. Am Dienstag haben beide gestanden. P. schwieg zu den Vorwürfen.

Ein Ermittler schildert das Vorgehen der Navi-Bande so: Meist suchten sich die Täter frühmorgens einen Parkplatz samt 3er BMW aus, schlugen die Fahrerscheibe ein und „bauten alles aus, was sich aus einem Auto so ausbauen lässt“. Fünf Mal stahlen sie bei BMW-Automag in der Wasserburger Landstraße. Drei Mal auf dem Parkplatz der Bundeswehr-Uni in Neubiberg. Weitere Tatorte: Freising, Ismaning, Neuperlach-Süd, Landsberg und Mühldorf.

Ihr Diebesgut verhökerten die Angeklagten nach den Brüchen auf Ebay – unter dem Anbieternamen „akra-m-karbon“. In mindestens vier Fällen handelten sie auf Bestellung: Sie boten Airbag oder Navi im Netz an, fädelten den Verkauf ein – und klauten das benötigte Modell erst dann, als das Geld da war.

Der Schaden an den Autos: Mindestens 100.000 Euro. Beute: 170.000 Euro! Zum Verhängnis wurde den Dieben eine DNA-Spur, die P. an einem Tatort in Landsberg hinterlassen hatte.

Ihm drohen nun bis zu fünf Jahre Knast. Seine Komplizen werden wohl mit Bewährungsstrafen und Geldbußen davonkommen. 

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Rubriklistenbild: © dpa

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