20 Grad im November

(Fast) wie im Sommer: So genießt München die Rekordwerte

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Stefan Loiperdinger (l.) und Gonzalo Esposito im 9 Grad kalten Eisbach.

München - Frauen in Sommerkleidern, Männer im T-Shirt, die Münchner Biergärten und Cafés voll, und an der Isar lagen sogar Nackerte. Ein Tag (fast) wie im Sommer. Die Werte erreichten am Sonntag bis 20 Grad in Bayern. Doch laut Kalender war es der 8. November!

Wer Sonntag aus dem Haus ging, der dachte, er habe sich im Datum geirrt. „Bereits am frühen Morgen wehte uns eine schwül-warme Luftmasse um die Nase. Das hätte ebenso ein Juli- oder Augustmorgen sein können“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von www.wetter.net. Deutschland wird von subtropischen Luftmassen regelrecht geflutet, so Jung. Freiburg im Breisgau meldete am Samstagnachmittag 23 Grad. „Bei 25 Grad würde man sogar schon von einem Sommertag sprechen.

Wie geht es weiter? Jung: „Es bleibt die kommende Woche weiterhin für die Jahreszeit zu mild. Sollte das so weitergehen und auch der Dezember zu warm ausfallen, könnte 2015 das wärmste Wetterjahr in Deutschland werden – seit 1881!

Wir haben uns am Sonntag umgeschaut:

Cocktail in der warmen Sonne

 

"Wir genießen die Sonne noch in ganzen Zügen, bevor es wieder kalt, nass und trist wird. Erst sind wir drinnen gesessen, weil wir uns zum Frühstücken im Park-Café verabredet hatten. Doch bei den tropischen Temperaturen muss man ja unbedingt raus und die letzten schönen Sonnenstrahlen vor dem langen Winter ausnutzen – vor Freude haben wir uns sogar einen Cocktail gegönnt. Wir können uns gar nicht erinnern, dass es im November mal so lange Zeit am Stück mildes und sonniges Wetter gab."

Vanessa Flath (26, li.), Management-Trainee und Michelle Wagner, Krankenschwester, beide aus München

Ein Bad im Eisbach (siehe Foto oben)

"Die Verrückten vom Eisbach, so nennen uns die Münchner schon lange. Denn wir hüpfen fast jeden Tag in das Wasser! Erst gehen wir so ab 6.30 Uhr morgens joggen im Englischen Garten, dann trinken wir in Bussis Kiosk in der Gunezrainerstraße einen Cappucchino. Dann geht es weiter mit Laufen bis zum Eisbach, wo wir dann reinspringen – und das fast bei jedem Wetter! Um acht Uhr morgens sitzen wir dann frisch und fröhlich an unseren Schreibtischen im Büro. Es tut einfach gut, morgens an die frische Luft zu gehen – und das Bad im Eisbach gibt einen besonderen Kick. Wir schätzen, dass es zur Zeit so in etwa 9 Grad kalt sein dürfte. Das ist dem Hund Rodolfo zu kalt, er bleibt lieber am Wegrand stehen und schaut uns zu. Wahrscheinlich denkt er, wie auch die Leute: „Diese Verrückten“. Länger als eine Minute können wir aber eh nicht drin bleiben."

Stefan Loiperdinger (60, l.), Verleger von lifestyle-Magazinen sowie Mallorcas schöne  Seiten und Gonzalo Esposito (35), Finanzberater, beide aus München

Traumwetter wie noch nie

 

"Ich kann mich wirklich nicht erinnern, dass wir schon einmal so ein Traumwetter im November über so lange Zeit hatten. An Weihnachten hat es das öfter mal gegeben. Mehr Gäste haben wir im Augustiner-Keller dennoch nicht. Das bleibt sich gleich: Anstatt drinnen im Restaurant setzen sich die Leute raus an die Tische. Den Biergarten können wir ja nicht mehr öffnen: Zum einen, weil die Standl seit 30. Oktober geschlossen sind, zum anderen wegen der Absperrung für die Bahn, auf der wir im Winter Eisstockschießen organisieren."

Christian Vogler (48), Wirt vom Augustiner-Keller mit Sohn Leopold

Ausflug mit der Familie

 

"Das ist ja heute so warm wie in Italien! Das Traumwetter haben wir genutzt, um einen Familienausflug zu machen. Die Eltern meiner Frau sind zu Besuch, so dass wir mit ihnen ein bayerisches Wirtshaus besuchen wollten. Da kam uns der Augustiner-Keller ganz recht. Das Bier ist süffig, das Essen gut – und wir können auch noch draußen sitzen, so dass unser kleiner Sohn auch noch frische Luft bekommt."

Niko Salku (41, r.) mit Fra Suzana und Baby Konstantin (5 Monate) sowie den Großeltern Konstantin und Natascha Lera

Tina Layes

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