Er muss zahlen

Prügel-Polizist nach Fausthieb gegen 18-Jährige abgewatscht

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Der Moment des Faustschlags: Das Bild zeigt das Mädchen und den Polizeibeamten am Montag.

München - Der Faustschlag gegen eine 18-jährige Demonstrantin hat für den Prügel-Polizisten finanzielle Konsequenzen. Der Beamte des Unterstützungskommandos (USK) hat einen Strafbefehl der Münchner Staatsanwaltschaft akzeptiert – und muss mehrere Tausend Euro zahlen.

München - Die Bilder des Beweisvideos belasteten den Polizisten aus Mittelfranken schwer. Im Juli 2016 hatte er am Rande eines Pegida-Aufmarsches der 18 Jahre alten Louisa (Name geändert) mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Louisa war Teil einer Sitzblockade, die von der Polizei aufgelöst wurde. Sie stand am Gehsteig, als sie ein Polizist wie aus dem Nichts ins Gebüsch geschubst hat. Zwei Mal schlug es danach in ihrem Gesicht ein. Louisa wehrte sich nicht, hielt nur schützend ihre Hände an den Kopf. „Ich habe das Blut spritzen sehen, geschrien, es tat furchtbar weh“, sagte sie nach dem Übergriff.

Die Szene wurde gefilmt, der Fall kam an die Öffentlichkeit, Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt schalteten sich ein. „Es ist zutreffend, dass in der Sache der beantragte Strafbefehl erlassen und rechtskräftig wurde“, bestätigte Staatsanwalt Florian Weinzierl. Der Beamte muss jetzt 60 Tagessätze zahlen. Ob das Vergehen „Körperverletzung im Amt“ (Paragraf 340 des Strafgesetzbuchs) für den Beamten disziplinarrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen wird, ist noch nicht klar.

Robert Sandmann, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, sagte auf tz-Nachfrage: „Die Personalabteilung des Polizeipräsidiums kann erst nach Akteneinsicht darüber entscheiden, ob der Fall für den Kollegen dienstrechtliche Folgen hat.“ Laut Sandmann wurde der Beamte nicht suspendiert, sei aber auch nicht mehr in der USK-Einheit tätig.

Marco Noli ist der Anwalt des Prügelopfers und froh, dass es ein Beweisvideo gibt: „Sonst hätte die Staatsanwaltschaft wohl der Polizei geglaubt.“

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