250.000 Euro gefordert

FC Bayern-Erpresser verurteilt: Dummer Fehler wurde ihm zum Verhängnis - „So einen Fall hatten wir noch nie“

Mike R. (46) gestand die versuchte Erpressung.
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Mike R. (46) gestand die versuchte Erpressung.

Ein Lkw-Fahrer aus Rheinland-Pfalz hatte vergangenes Jahr den FC Bayern erpresst. Er forderte 250.000 Euro, sonst würde er eine „Bombe platzen lassen“.

  • In München* ging jetzt ein Erpressungsprozess zu Ende.
  • Der 46-jährige Täter gab an, exklusive Informationen zu Timo Werner gehabt zu haben.
  • Der FC Bayern* nahm die Drohung ernst.

München - Über seinen Kopf hat er eine Kapuze gezogen, das Gesicht versteckt Mike R. hinter einem Ordner. Doch seinem Strafprozess musste sich der Kraftfahrer am Dienstag (17. November) vor dem Amtsgericht stellen – denn er hatte den FC Bayern erpresst.

Kraftfahrer erpresst FC Bayern wegen Transfergeschäft mit Timo Werner

Erstmals am 5. Juli 2019 hatte Mike R. eine E-Mail an den Klub geschickt, in der der 46-Jährige 250.000 Euro von den Bayern fordert. Angeblich, so schrieb R., habe er exklusive Informationen aus dem damaligen Transferpoker um Fußball-Nationalspieler Timo Werner, den der FC Bayern* verpflichten wollte. Im Sommer 2019 eine der heißesten Entscheidungen der Bundesliga, am Ende entschied sich Werner aber für einen Wechsel zum FC Chelsea London.

Doch das stand noch nicht fest, als Mike R. dem FC Bayern drohte, „einen riesen Knall“ zu verursachen, falls er sein Geld nicht bekomme. In den Transfergeschäften seien angeblich krumme Dinge gelaufen, die er öffentlich machen wolle. In einer zweiten Mail vom 12. Juli schrieb der Kraftfahrer, er werde noch bis zum Saisonstart abwarten und dann – so die wörtliche Drohung – „die Bombe platzen“ lassen.

Polizei hat keine Probleme den Erpresser zu ermitteln

Beim FC Bayern nahm man den Erpressungsversuch ernst und schaltete die Polizei* ein. Die durchsuchte anschließend die Wohnung von Mike R., der in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) lebt, und nahm ihn fest.

In den Schreiben hatte er seinen Klarnamen und die Kontoverbindung seiner Frau angegeben. „So einen Fall hatten wir noch nie“, sagte ein Ermittler vor Gericht aus. „Von einer Erpressung kann man kaum sprechen, so dilettantisch war der Versuch“, sagte Anwältin Nicole Schneiders, die Mike R. verteidigt.

Der gestand die Vorwürfe letztlich ein und wurde zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss R. 150 Euro an das SOS Kinderdorf zahlen und sich schriftlich bei der Sachbearbeiterin des FC Bayern entschuldigen, die seine Mails als Erstes gelesen hatte. Der Klub hatte dem Ermittler zufolge trotz des Erpressungsversuchs „stets zugesichert, nicht zahlen zu wollen“. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Ein anderer Fall erschüttert München gerade bis ins Mark. Ein Pfleger soll am rechts der Isar versucht haben, mehrere Menschen zu töten.

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