Nach Stadion-Unfall

Fan klagt gegen FC Bayern: Ein Fußball-Rowdy brach mein Knie

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Fritz R. (44) kam mit Gehstock ins Gericht. Ihn hatte ein Fan in der Arena umgerannt.

Eigentlich wollte er nur ein Spiel seines Lieblingsklubs sehen. Doch ein Besuch in der Allianz Arena endete für Fritz R. mit einem schweren Unfall. Doch der FC Bayern will nicht haften.

München - Mit Gehstock humpelt Fritz R. (44) in den Saal 104 des Landgerichts. Seit mehr als zehn Jahren ist er Mitglied beim FC Bayern. Jetzt aber klagt er gegen seinen Lieblingsklub. Denn bei einem Unfall in der Allianz Arena hatte er sich schwer verletzt, aber der FCB will nicht haften. „Was hier passiert, ist eine Frechheit“, sagt Fritz R.

Am 9. April 2014 wollte er das Champions-League-Spiel gegen Manchester United anschauen. Doch bis zu seinem Sitzplatz kam er gar nicht. „Ich wurde von hinten umgerannt“, sagt R. Ein englischer Fan war über das Drehkreuz gesprungen und hatte ihn dabei voll erwischt. Der Rüpel hatte kein Ticket und wollte sich so Zugang zum Stadion verschaffen. „Mir brachen die Kniescheibe und die Elle, als ich auf den Boden knallte. Zudem schlug ich mir einige Zähne aus.“ Zwei Wochen lang musste das Vereins-Mitglied im Klinikum Schwabing bleiben, sechs Monate konnte er danach nicht mehr als Versicherungsagent arbeiten – ausgerechnet auch noch bei der Allianz. Jetzt fordert Fritz R. 67.000 Euro Schadensersatz.

Anwalt: „FC Bayern hat seine Verkehrssicherungs-Pflicht verletzt“

Sein Anwalt Gerd Schneider sagt: „Der FC Bayern hat seine Verkehrssicherungs-Pflicht verletzt.“ Er prangert die Sicherheits-Kontrollen vor der Allianz Arena an, das Drehkreuzspringen sei bekannt. „Man könnte es mit einfachen Mitteln unterbinden.“ Wenn Fans etwa ihr Ticket schon bei der Personenkontrolle vorzeigen müssten. Wer keins hat, käme so gar nicht vor bis zum Drehkreuz. „Das ist eine eklatante Sicherheitslücke.“

Das bestreitet der FC Bayern. Nur fünf solcher Fälle habe es bisher in der Arena gegeben und Fritz R. sei der erste Verletzte. „Bei 24 Millionen Besuchern in zwölf Jahren“, sagt FCB-Anwalt Gerhard Riedl. Laut Richter könne ein Veranstalter nicht jedes Risiko ausschließen. Eine Haftung komme nur in Betracht, wenn die Tickets nicht am Eingang kontrolliert wurden. Jetzt sollen die Ordner aussagen!

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