Viel Wirbel um ein Stück Stein

Wo steckt der Grundstein der Allianz Arena?

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Der Präsident des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser (v.l.), Michael Albert von der Allianz und der Präsident des FC Bayern München, Franz Beckenbauer bei der Grundsteinlegung für das Münchner Fußball-Stadion.

München - Seit rund zehn Jahren steht die Allianz Arena in Fröttmaning. Allerdings gab es nun Wirbel um die Frage: wo ist der Grundstein?

Es ist noch nicht mal einen Monat her, da wurde unweit der Allianz Arena wieder ein Grundstein gelegt. Der Startschuss für den Bau des Nachwuchsleistungszentrums des FC Bayern erfolgte vor der Kamera. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Karl Hopfner, Oberbürgermeister Dieter Reiter, in der Hand jeweils eine Spachtel, im Gesicht ein Lächeln. Ein bekanntes Motiv, diesmal vor einem anderen Hintergrund und mit ein paar neuen Personen. Aber: Für den FC Bayern ein ähnlicher Meilenstein wie vor zwölf Jahren an der Arena.

Erinnerungen an solche Tage sind wertvoll. Denkt man. Am Donnerstagabend aber wurde kurzzeitig der Eindruck vermittelt, dass die Bayern das anders sehen. Denn in der „Abendschau“ des „Bayerischen Rundfunk“ wurde ein Beitrag gesendet, in dem es hieß, dass weder Verein noch Allianz Arena München Stadion GmbH wissen, wo der Grundstein der Arena geblieben ist. Vielmehr noch: Es wurde berichtet, er sei nicht nur verschollen, sondern gar geklaut worden. Ein Gerücht, das am Freitag umgehend entschärft werden konnte.

Grundstein liegt an einem geheimen Ort

„Wir wissen genau, wo der Grundstein ist“, sagte Jürgen Muth, Geschäftsführer der Stadion GmbH gegenüber unserer Zeitung. Er sei an einem Ort gelagert, „den ich von der Arena aus in weniger als zehn Minuten mit dem Auto erreiche“, führte er fort und versicherte: „Wir haben nachgesehen, er ist noch genau da, wo er vor 13 Jahren hingebracht wurde.“ Woher die Gerüchte des ominösen Verschwindens kamen, könne er sich nicht erklären.

Muth, seit 2007 Geschäftsführer, gab zu, „dass der Stein damals auf der Baustelle einfach zu viel Platz weggenommen hat und deshalb extern eingelagert wurde“. Aus dem Sinn sei das historische Dokument damit aber nicht. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der rund 150 Kilogramm schwere Stein, in den 2002 jeweils eine Ausgabe aller Münchner Tageszeitungen, die Baupläne sowie Geld eingearbeitet worden war, in naher Zukunft ausgestellt werden würde. „Zu einem besonderen Anlass werden wir ihn gerne mal dem Publikum präsentieren.“

In der Dauerausstellung, die anlässlich des zehnjährigen Arena-Jubiläums in der FC Bayern Erlebniswelt gezeigt wird, ist derzeit nur eine Replik des Steins zu sehen. Dann aber, wenn das Original mal aus dem Lager geholt wird, können alle wieder gemeinsam in die Kamera lächeln.

Hanna Schmalenbach

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