Es sieht schlecht aus für Zirngibl (64)

FC-Bayern-Erpresser hatte Messer dabei

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Harald Zirngibl hatte den Erpressungsversuch vor Gericht gestanden.

München - Die Tat hat er bereits gestanden: Der als Besenstiel-Räuber bekannt gewordene Harald Zirngibl hat versucht den FC Bayern zu erpressen. Vor Gericht kommen immer mehr Begleitumstände heraus.

Es sieht schlecht aus für Harald Zirngibl (64)! Seit dem 10. Dezember wird dem Besenstiel-Räuber am Landgericht der Prozess gemacht – doch diesmal nicht wegen seiner Banküberfälle. Sondern, weil er im Februar versuchte, den FC Bayern München um drei Millionen Euro zu erpressen.

Montag Tag zwei am Landgericht. Dabei kam heraus: Für die geplante Geldübergabe hatte Zirngibl auch ein Teppichmesser dabei – mit 7,15 Zentimetern Klinge. Die Tat, die Zirngibl bereits gestanden hatte, stufte Richter Philipp Stoll deshalb als schwerwiegenden Fall ein – erneut droht der Knast!

„Ich bedauere mein Handeln zutiefst“, sagte Zirngibl. „Ich bitte um Entschuldigung, wenn jemand in Angst und Schrecken versetzt wurde.“ Beim FC Bayern schrillten die Alarmglocken, als von einem Anschlag auf Fans oder Spieler die Rede war. Zirngibl aber war verwundert, „als der Pkw tatsächlich an dem geforderten Ort eingetroffen war.“ Unter einer Brücke wollte er warten, dass ein Rucksack geworfen wird. „Das Messer hatte ich für die Beute gedacht.“

Mit rotem Kopf und weißen Locken sitzt Zirngibl auf der Anklagebank – und muss mit dem Richter lachen, als es um seinen Lebenslauf geht. Anfang der 90er-Jahre verkaufte er Küchen – seine Quote wurde bis heute nie übertroffen. Trotzdem war Zirngibl chronisch pleite. Das Geld aus seinen Banküberfällen gab er für Reisen und in Bordellen aus. Zudem spielte er sich beim Roulette um Kopf und Kragen. „Damit wollte er seine berufliche Erfolglosigkeit kompensieren“, sagt der Richter. Bis heute drücken Zirngibl 20.000 Euro Schulden.

„Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, nachdem ich diese Dummheit begangen habe“, sagt er – und hat Angst, keinen Job mehr zu bekommen. „Mittlerweile kennt ja jeder meinen Namen.“ Laut diversen Gutachten ist Zirngibl das gar nicht so unrecht – er gilt als selbstbezogen und „überschätzt sich selbst“, sagte Psychiater Cornelius Stadtland. Mittwoch folgen die Plädoyers!

Andreas Thieme

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