Den Anwohnern reicht es

Park-Chaos bei Bayern-Spielen: Jetzt greift Reiter ein

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Immer wenn der FC Bayern in der Arena Heimspiele absolviert, herrschen im Kieferngarten teilweise chaotische Zustände.

Wenn der FC Bayern in heimischer Arena um Punkte kämpft, wird es auf den Straßen rund um den Kieferngarten stressig: Zahlreiche Fans parken die Anwohner zu. Nun kommt Schwung in die Sache. 

München - Am Samstagnachmittag hoffen zigtausende Fußballfans, dass die Münchner Bayern zurück in die Erfolgsspur finden. Südlich der Allianz Arena zittern derweil die Anwohner - und zwar vor Wut. Denn das Park-Chaos im Kieferngarten spitzt sich zu. Wie berichtet, wälzt sich bei jedem Heimspiel des FC Bayern - wie wohl auch diesen Samstag gegen Hannover 96 - eine Blechlawine durch die Straßen zwischen dem U-Bahnhof Kieferngarten, Carl-Orff-Bogen und Heidemannstraße. 

Jetzt hat Dieter Reiter (59, SPD) das Problem zur Chefsache gemacht: Der Oberbürgermeister hält Zufahrtsschranken mit Sicherheitspersonal an den betroffenen Straßen für eine mögliche Lösung. An Heimspieltagen hätten Anwohner gegen Vorlage eines Bewohnerausweises Zufahrt in die Siedlung. Alle anderen müssten draußen bleiben. „Ich werde diesen Vorschlag dem FC Bayern näherbringen“, sagte Reiter am Donnerstag in seiner Bürgersprechstunde im Viertel. Die Idee für das Konzept stammt aus Köln. „Die hatten das gleiche Problem. Dort funktioniert es mit den Schranken jetzt sehr gut“, sagte Reiter. Auch die Anwohner Sabrina und Oliver Glässner leiden unter der Situation. „Es wird immer schlimmer. Die Autos parken kreuz und quer - sogar in Gärten und auf Grünstreifen.“ Schon mehrfach hätten sie während Bayern-Spielen nicht wegfahren können - einmal hätten sie mit ihrem kleinen Sohn ins Krankenhaus gemusst. „Wir waren bis auf eine Handbreit eingeparkt“, sagt die 29-Jährige. 

Park-Chaos am Kieferngarten: Das sagt die Stadt zu Lösungsmaßnahmen

Der FC Bayern hatte bereits vorgeschlagen, Wapperl an die Anwohner auszugeben, um sich als Kieferngartler auszuweisen. Es gab auch schon Überlegungen, an Heimspieltagen Ordner aufzustellen. Doch die Stadt lehnte diese Vorschläge bislang ab. Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats, sagt auf tz-Anfrage, dass das Thema noch nicht vom Tisch sei. Er sagt: „Es stehen verschiedene Lösungsansätze im Raum, aber es gibt noch keine abschließenden Ergebnisse.“ 

Laut einer Polizeisprecherin hat sich die Parksituation im Kieferngarten in der letzten Zeit verbessert: Die Stadt habe auf Anraten der Polizei Halteverbotsschilder und bauliche Maßnahmen - so genannte Parkschutzbügel - aufgestellt. „Kleine Verbesserungen reichen aber nicht“, kontert Petra Piloty, die für die SPD im Bezirksausschuss (BA) sitzt. Der BA kämpft seit langem für eine Entlastung der Bewohner und spricht sich klar für das Aufstellen von Schranken aus. „Wir haben das Kölner Konzept ursprünglich auf den Tisch gebracht und uns eingehend darüber informiert. Was in Köln geht, geht in München auch. Wir haben alle die gleiche Straßenverkehrsordnung“, sagt Piloty. Dass der OB den Vorschlag jetzt aufgreift, freut die Stadtteilpolitikerin. „Jetzt kommt endlich Schwung in die Sache!“ 

Schon vor über drei Jahren hatten wir über das Anliegen der Bewohner berichtet, als an einem Samstagabend 40 Menschen den Zirbelweg und den Schlößlanger blockierten, um Bayern-Anhänger nach dem Spiel gegen Leverkusen an der Heimfahrt zu hindern.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Milbertshofen – mein Viertel“.

Daniela Schmitt

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