Söder muss wohl Kabinett umbauen - weil ein Minister lieber Landrat wird

Söder muss wohl Kabinett umbauen - weil ein Minister lieber Landrat wird

Politisches Engagement des Nachwuchses

Grünen-Boom in München - so viele junge Neumitglieder kamen seit 2017 dazu

+
Grüne Euphorie: Die Partei feiert ihr Rekordergebnis bei der Europawahl im Mai 2019.

In München erleben die Grünen einen Aufschwung. Zuletzt hat die Partei ihre Mitgliederzahl fast verdoppelt. SPD und CSU verlieren Anhänger.

München - Die Jugend ist unpolitisch und uninteressiert? Vorurteile sind schnell in der Welt. Spätestens seit den Fridays-for-Future-Protesten aber ist klar: Es handelt sich um eine grobe Fehleinschätzung. Vor allem in Großstädten wie München wollen junge Menschen politisch etwas bewegen und mitmischen. Eine Partei profitiert von dieser Stimmungslage besonders: die Grünen.

Sie erleben einen Mitglieder-Boom ungeahnten Ausmaßes. Vor zwei Jahren hatte die Öko-Partei in der Landeshauptstadt 1400 Mitglieder. Nun sind es 2700 – fast eine Verdoppelung. Vor allem junge Leute laufen den Grünen in Scharen zu: Im August 2017 gehörten der Grünen Jugend (Altersgrenze: 28 Jahre) 230 Mitglieder an, zwei Jahre später sind es 700. Eine Entwicklung, die sich auch in den jüngsten Wahlergebnissen widerspiegelte. Sowohl bei der Landtagswahl 2018 als auch bei Europawahl im Mai wurden die Grünen mit 31 Prozent jeweils klar stärkste Kraft in München.

Die Stadtvorsitzende der Grünen, Gudrun Lux, glaubt: „Viele Münchner wünschen sich eine andere Politik für unsere Stadt und unser Land. Eine Politik, die Mut macht, statt Angst zu schüren. Eine Politik, die Menschen Möglichkeiten eröffnet, statt sie einzuschränken: ökologischer, demokratischer, gerechter und weltoffener.“ Die Grünen verkörpern nach Dafürhalten von Lux diese Prinzipien – daher die Eintrittswelle.

Felicitas Berger hatte schon lange das Bedürfnis, sich politische zu engagieren.

Die Studentin Felicitas Berger (25) zum Beispiel sagt: „Ich hatte schon lange das Bedürfnis, mich politisch zu engagieren. In meinem Auslandssemester in Madrid habe ich viele Menschen kennengelernt, die sich mit Klimaschutz und sozialer Ungerechtigkeit auseinandergesetzt haben. Das hat mich motiviert, aktiv zu werden.“ Im Dezember 2018 sei sie bei den Grünen eingetreten. „Die Partei vereint für mich die wichtigsten Themen.“

Pia Paulsteiner sind Themen wie die soziale Gerechtigkeit wichtig.

München: Auch FDP-Nachwuchsorganisation wächst

Pia Paulsteiner (22) denkt ähnlich: „Es geht nicht nur um den Klimaschutz, sondern auch um soziale Ungerechtigkeit und Gleichberechtigung.“ Die Studentin ist seit April 2018 Mitglied bei den Grünen. Benedikt Heyl, seit März dabei, sagt: „Klar können auch die Grünen an sich arbeiten. Aber wer macht denn Druck in der Klimapolitik?“ Und wer prangere die „absurde EU-Politik“ an, wenn es um die Rettung von Menschenleben auf Flüchtlingsbooten geht?

Benedikt Heyl ist seit März 2019 Mitglied der Grünen.

Einen Aufschwung erlebt auch die FDP. Von Ende 2017 bis August 2019 stieg die Mitgliederzahl von 1265 auf 1445. Auch bei den Liberalen profitiert besonders die Nachwuchsorganisation: Die Julis (Altersgrenze: 35 Jahre) wuchsen im selben Zeitraum von 296 auf 414. Mitgliederstärkste Münchner Partei ist nach wie vor die CSU. Die Zahlen sind aber leicht rückläufig. Ende 2017 waren es 6332, aktuell sind es 6261 Mitglieder. Der JU (Grenze: 35 Jahre) gehörten vor gut eineinhalb Jahren 1257 Mitglieder an, mittlerweile sind es 1278.

München: Abwärtstrend für Jungsozialisten (SPD) nach „gigantischer Eintrittswelle“

Bei der Münchner SPD gibt es keine Vergleichsdaten über die Anzahl der Jungsozialisten (Grenze: 35 Jahre). So viel aber steht fest: Von den aktuell 5577 SPD-Mitgliedern sind 1251 Jusos. Deren Anzahl lag vor einigen Jahren noch unter 1000. Die Sozialdemokraten hatten von 2017 bis Anfang 2019 einen erheblichen Zulauf zu verzeichnen. In diesem Zeitraum stieg die Mitgliederzahl sprungartig von 4993 auf 5768 an. Seit 1. Januar 2019 ist wieder ein Abwärtstrend feststellbar – auf derzeit 5577 Mitglieder.

Partei-Vize Roland Fischer hat dafür Erklärungen. 2017 habe es einen Boom nach der Kanzlerkandidatur von Martin Schulz gegeben. Dann gab es eine „gigantische Eintrittswelle“, als Donald Trump US-Präsident wurde und als die Abstimmung über die GroKo-Frage anstand. Doch der Schwung ist abgeebbt. Fischer: „Dass die Frage, wer neuer Parteivorsitzender werden könnte, eine Eintrittswelle auslöst, ist nicht unbedingt abzusehen.

Im Rahmen der Friday-for-Future-Bewegung präsentiertem kürzlich Studenten ihre Forderungen an die Stadt München. Auch Münchens OB Dieter Reiter hat klare Vorstellungen, wie sich die Landeshauptstadt verändern soll. Die Grünen haben kürzlich ihr Programm für die kommende Kommunalwahl verabschiedet.

Klaus Vick / Kathrin Braun

Auch interessant

Meistgelesen

Fußballfans liefern sich heftige Schlägerei in München - 1860- und FCB-Fans involviert
Fußballfans liefern sich heftige Schlägerei in München - 1860- und FCB-Fans involviert
Bluttat am Stachus: Männer gehen aufeinander los - dann zückt einer ein Messer
Bluttat am Stachus: Männer gehen aufeinander los - dann zückt einer ein Messer
E-Scooter während Oktoberfest verbannt - diese Sperrzonen gelten zur Wiesn
E-Scooter während Oktoberfest verbannt - diese Sperrzonen gelten zur Wiesn
Lauter Knall mit schmerzhaften Folgen: Mann erleidet schwere Verbrennungen
Lauter Knall mit schmerzhaften Folgen: Mann erleidet schwere Verbrennungen

Kommentare

Recht haben Alle!
(0)(0)

Aaaaa.....Studendten, die in die Politik flüchten und meinen, etwas verändern zu können 😂😂😂😂....Mir wird himmelangst 🙈🙈🙈🙈.