Konzept ist reif für andere Städte

Feierbanane: München feiert friedlich

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Drei Männer, ein Ziel: Robert Kopp, Wilfried Blume-Beyerle und Wirt Mathias Scheffel (Pacha)

München - Seitdem Türsteher, Wirte und Streetworker verstärkt auf Minderjährige achten und jede Form von Kriminalität unverzüglich der Polizei melden, zeigen sich erste Erfolge.

Ein Münchner Konzept macht Furore: Seit Herbst 2012 ziehen ­Polizei, Kreisverwaltungsreferat, die Streetworker des Sozialreferates und fast alle Wirte der sogenannten Feierbanane zwischen Maximiliansplatz und Sendlinger Tor an einem Strang für mehr Sicherheit in langen Partynächten.

Bereits rund 35 große und kleine Clubs, Diskotheken, Bars und Kneipen haben sich mittlerweile auf der 1,3 Kilometer langen Feiermeile angesiedelt. Tendenz: steigend. In manchen Nächten toben sich hier bereits bis zu 10 000 jungen Leuten gleichzeitig aus, und es werden immer mehr. Mittlerweile interessieren sich auch andere deutsche Großstädte für das bislang einzigartige Münchner Sicherheitsprojekt Cool bleiben – friedlich feiern in München.

Seitdem Türsteher, Wirte und Streetworker verstärkt auf Minderjährige achten und jede Form von Kriminalität unverzüglich der Polizei melden, zeigen sich erste Erfolge. Die Zahl der Gewalttaten (gefährliche Körperverletzung, Raub, sexuelle Nötigung etc.) im Vergleichszeitraum Januar bis Mai dieses Jahres stagniert bei 47 Fällen. Sorgenkind ist und bleibt nach Angaben des stellvertretenden Münchner Polizeipräsidenten Robert Kopp jedoch der Maximiliansplatz mit seinen Grünanlagen.

Gegen Gewalttäter wird rigoros vorgegangen. In Absprache mit der Polizei verhängte das Kreisverwaltungsreferat seit Herbst vergangenen Jahres zwölf Betretungsverbote gegen brutale Schläger, die andere mit Fäusten, Tritten oder Flaschen zum Teil schwer verletzten. Das Betretungsverbot umfasst die gesamte Feiermeile inklusive aller Lokale für die Dauer eines Jahres. Wer trotzdem hingeht und erkannt wird, zahlt 500 Euro. Und wer nicht erwischt wird? „Auch recht“, sagt der Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle. „So lange er dort nicht auffällt und friedlich bleibt, haben wir doch unser Ziel erreicht.“

Das Konzept wird immer weiter ausgebaut: So bietet die Münchner Polizei den Türstehern künftig ein spezielles Deeskalationstraining an.

Dorita Plange

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