111 Tage nach der Explosion

Feilitzschstraße: Baustart auf dem Bomben-Krater

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Der riesige gelbe Kran an der Feilitzschstraße reicht bis in den fünften Stock hinauf - hier, wo das schwere Baugerät aufgebaut ist, wurde Ende August die Fliegerbombe gesprengt. Auf dem Bild ist der Kran noch unter Konstruktion.

München - Der riesige Feuerball, die Mega-Explosion, danach die vielen zerstörten Häuserfassaden – genau 111 Tage ist es jetzt her, dass die gefährliche Fliegerbombe mitten im Herzen Schwabings gesprengt wurde.

Viele Anwohner und Geschäftsleute leiden immer noch unter den Schäden. Von ihrem Fenster aus konnten sie am Dienstag sehen, wie ein riesiger gelber Kran mitten auf der Baustelle in der Feilitzschstraße errichtet wurde.

Baustart auf dem Bomben-Krater! Hier, wo lange Jahre die Kultkneipe Schwabinger 7 stand und die Bombe Ende August hochging, entsteht nun eine teure Luxusimmobilie. „Der Erdaushub ist weitgehend abgeschlossen“, sagt Manuel Richter (36), Projektleiter bei der Hamburgischen Immobilien Handlung, die verantwortlich für die Baustelle ist. „Am Dienstag haben wir mit den Vorbereitungsmaßnahmen für den Bau begonnen und den ganzen Tag lang den Kran aufgebaut. Wir beginnen jetzt mit dem Rohbau“, sagt Richter. Zuerst wird die Tiefgarage gebaut. Im Sommer 2013 soll der Rohbau dann fertig werden. Danach folgen Innenausbau und Fassade – spätestens im Sommer 2014 ist alles fertig.

Feuerball über München: Bombe in Schwabing gesprengt

Feuerball über München: Bombe in Schwabing gesprengt

Der Neubau in der Feilitzschstraße – es wird ein richtiger Luxustempel. Auf sieben Geschossen (mit zwei Untergeschossen) entstehen auf 4400 Quadratmetern 34 Wohnungen mit 53 bis 260 Quadratmetern. Im Erdgeschoss gibt’s Ladenflächen.

Der Tag danach: Bilder aus Schwabing

Der Tag danach: Bilder aus Schwabing

Das Münchner Immobilienbüro Von Poll kümmert sich um den Vertrieb – in Schwabing entstehe „exklusives Wohnen im Einklang mit der Nachbarschaft“, heißt es. Tatsache ist aber, dass Anwohner wegen des geringen Abstands zum Neubau geklagt hatten. „Mittlerweile haben wir uns außergerichtlich geeinigt“, sagt Projektleiter Richter . Nachbarn bestätigen das.

Allerdings: Über den Vergleich wurde Stillschweigen vereinbart. Wie bei solchen Bauprojekten üblich, wurden die Kläger wohl mit Geldbeträgen abgefunden. „Aber dafür haben wir jetzt kaputte Fenster, und die Versicherung will nicht zahlen“, sagt ein Nachbar, der auch geklagt hat. Die Bombe lässt Schwabing einfach keine Ruhe…

A. Thieme, J. Welte

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