Fein, aber leer: Die Bilanz der Kleinen Oly

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Die Kleine Olympiahalle

München - Nach Brit Floyd kam nicht mehr viel. Das Konzept der Kleinen Olympiahalle trägt sich noch nicht. Wir ziehen nach dem ersten halben Jahr eine Bilanz. Sie fällt durchwachsen aus.

Vielleicht war schon der Start am Donnerstag vor einem halben Jahr kein gutes Omen: Der Olympiapark eröffnete seine Kleine Olympiahalle am 29. September 2011 nicht mit einem großen Konzert, sondern per Pressemitteilung. Musik ertönte erst vier Wochen später – mit einer Imitation der britischen Gruppe Pink Floyd.

Zur Halbjahresbilanz muss man feststellen: Viel mehr kam nicht mehr. Auch wenn im offiziellen Veranstaltungskalender die Firmen-Events nicht auftauchen, finden sich unter den Terminen gerade einmal drei weitere Konzerte! Der US-Sänger Jason Derulo musste seinen Auftritt absagen, nachdem er sich bei Proben die Wirbelsäule angeknackst hatte. Die Bilanz der neuen Kleinen Olympiahalle: klein, fein, aber auch ein bisschen leer!

Der Veranstaltungskalender der Kleinen Olympiahalle - zum Vergrößern HIER KLICKEN

Die Stadt beobachtet das genau. Schließlich muss sie jedes Jahr mehrere Millionen Euro in den Olympiapark pumpen. „Die Kleine Olympiahalle muss noch beweisen, ob sie sich am Markt durchsetzen kann“, sagt OB und Aufsichtsratschef Christian Ude (SPD) der tz. Das Kontrollgremium werde fragen, „ob die Bilanz Anlass gibt, erneut in See zu stechen, oder ob erst die letzte Reise abgesichert werden muss“. Beim nächsten Treffen am 17. April diskutiert der Aufsichtsrat auch über eine neue Mega-Halle etwa für die FC Bayern-Basketballer auf dem Areal des alten Radstadions.

Dabei hatte die letzte Reise so schön angefangen. Ein „Schmuckkästchen“ sollte die Halle sein, die Stadtwerke finanzierten den unterirdischen Bau für 31 Millionen Euro. Nicht nur ein Anhängsel an die große Halle sollte die kleine sein, sondern ein eigenständiger Ort für Sport, Konzerte und Tagungen.

Davon laufen nur die Firmen-Veranstaltungen: Mit ihnen sei man sehr zufrieden, sagt Sprecher Arno Hartung. Gut funktioniere weiter der Anhängsel-Betrieb. Beide Arten von Veranstaltungen würden nicht im Kalender verzeichnet. Im letzten Quartal 2011 seien 20 Veranstaltungstage geplant gewesen und im gesamten laufenden Jahr 40 Termine. Diese Ziele würden erreicht. „Aber bei den Konzerten können, wollen und müssen wir zulegen.“ Viel steht heuer bislang tatsächlich nicht auf dem Programm: eine Messe, drei Konzerte – fertig.

Für noch nicht tragfähig hält da­rum auch CSU-Stadtrat und Olympiapark-Aufsichtsrat Mario Schmidbauer die Halle. Er will dem Projekt aber noch Zeit geben. „Das nächste Jahr wird das Jahr der Wahrheit. Ende 2013 muss sich die Kleine Olympiahalle selber tragen.“

David Costanzo

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