Ärger in Feldmoching

Anwohner sauer: Parkplatznot jetzt auch am Stadtrand

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Auch im letzten Dorf Münchens geht nun der Kampf los. Um Parkplätze. Sogar im relativ lose bebauten Feldmoching kommt es abends zunehmend zu Engpässen, klagen die Anwohner.

München - Zwar gehört Feldmoching schon seit 1938 zur bayerischen Landeshauptstadt, doch hat sich das Viertel viel von seinem ländlichen Charme bewahrt. Dass sich das derzeit ändert, spüren die Bewohner nun auch an der Stellplatzsituation.

Vor allem im östlichen Teil sind die Straßen abends und nachts „gut beparkt“, wie es Markus Auerbach (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschusses (BA) Feldmoching-Hasenbergl, vorsichtig formuliert. Einige Anwohner sprechen mittlerweile sogar von „Schwabinger Verhältnissen“.

Während die Lage tagsüber noch entspannt ist, wird es zum Beispiel rund um die Herbergstraße jenseits der S-Bahn-Schienen ab 18 Uhr schwer, einen öffentlichen Stellplatz zu finden. Mancherorts parken die Wagen mittlerweile wild auf Gehwegen. In stark frequentierten Vierteln wie der Maxvorstadt ist das Alltag – aber in Feldmoching überrascht das. Woran es liegt? Einige glauben, dass Anwohner des angrenzenden Hasenbergls mit ihren Autos seit Neuestem nach Feldmoching ausweichen müssen. Im Hasenbergl mit seinen großen Miets- und Hochhäusern gibt es schon länger Parkplatznot. Diese scheint sich nun auf das deutlich loser bebaute Feldmoching zu übertragen.

Betroffene Bürger haben nun mit einem Antrag beim BA um Verbesserung der Lage gebeten. Auch Max Bauer (CSU) macht die zunehmende Bebauung und Nachverdichtung des Stadtbezirks für die Not verantwortlich: „Außer den Zuzug zu stoppen, gibt es wenig andere Möglichkeiten, das zu ändern. Es sei denn, wir finden Investoren, die Parkhäuser bauen.“ Das aber sei unwahrscheinlich.

Andere Mitglieder des Bezirksausschusses, darunter auch die Grünen, liebäugeln mit der Einführung von Parklizenzgebieten. Diese gibt es bisher nur innerhalb des Mittleren Rings. Allerdings werden auch Zonen außerhalb geprüft.

Im Münchner Norden sind das unter anderem Milbertshofen, Harthof und das Olympia-Einkaufszentrum, nicht aber Feldmoching. Nach Ansicht von Klaus Mai (SPD) werde aber gerade dort der Parkraum knapp, weil viele Menschen aus dem Münchner Umland die drei letzten Stationen der U-Bahn-Linie U2 (Feldmoching, Hasenbergl und Dülferstraße) nutzten, um öffentlich in die Stadt hineinzukommen. Ihre Autos parkten sie dann in U-Bahn-Nähe.

Doch nicht alle BA-Mitglieder sind von der Idee des Lizenzgebiets überzeugt.

Stadträtin Heide Rieke (SPD) zum Beispiel, die selbst in der Fasanerie lebt, meint: „In lizenzierten Gebieten wie Schwabing haben die Pendler den Anwohnern das Leben schwer gemacht, das ist im Hasenbergl nicht so.“ Es sei die Nachverdichtung, die die Lage verschärft habe.

Der Bezirksausschuss will dem Antrag der Bürger nachgehen. Zunächst soll geprüft werden, ob vor allem im Hasenbergl die dringend notwendigen Parkplätze in irgendeiner Form noch nachgerüstet werden könnten. Dazu soll das Kreiverwaltungsreferat mit den Eigentümern der großen Wohnblocks Kontakt aufnehmen.

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