Widerstand aus Oberschleißheim und München

Es droht Ärger: Polizeihubschrauber machen zu viel Lärm

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Polizeihubschrauber im Einsatz: Die Staffel soll vom Flughafen nach Oberschleißheim umziehen. 

Die Oberschleißheimer wehren sich seit Jahren – nun kommt neue Kritik am geplanten neuen Standort der bayerischen Polizeihubschrauberstaffel auf: aus dem Münchner Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl.

München - Die Hubschrauberstaffel soll wie berichtet vom Flughafen Franz Josef Strauß nach Oberschleißheim auf das Gelände der Bundespolizei ziehen, das südlich des Schlosses an der A99 liegt. Der Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl moniert, dass dadurch Teile seines Bezirks dem unzumutbaren Lärm der Helikopter ausgesetzt wären.

Um die Stärke der Belastung zu ermitteln, bat der BA das Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) darzulegen, welche Immissionen für die Randgebiete der Landeshauptstadt durch den Umzug der Polizeihubschrauber zu erwarten sind. Dabei griff die Behörde auf ein vom staatlichen Bauamt beauftragtes Lärmgutachten zurück. Es ist bereits das zweite Gutachten zum Thema. Am ersten konnte die Gemeinde Oberschleißheim Mängel nachweisen. Daraufhin musste ein zweites erstellt werden.

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Neu ist nun, dass darin die nächstgrößere Hubschrauberklasse für die Berechnungen des Lärms berücksichtigt wurde. Das wirkte sich aufs Ergebnis aus. „Im nördlichen Hasenbergl ist nun ein größerer Bereich betroffen“, erklärte Wolfgang Hoheisel vom RGU. Der von den Dauerschallpegeln belastete Bereich umfasst vor allem das Gelände der ehemaligen Siedlung Frauenholz nördlich der Schleißheimer und Aschenbrennerstraße. Dort befinden sich unter anderem ein reines und ein allgemeines Wohngebiet. Immissionsrechtlich gesehen gilt dort die zweit- bzw. dritthöchste Schutzstufe: Im reinen Wohngebiet sind tagsüber maximal 50 Dezibel, nachts 35 erlaubt, im allgemeinen Wohngebiet erhöhen sich die Richtwerte um fünf Dezibel.

Dem Gutachten zufolge würde der Lärm nachts die Richtwerte in beiden Arealen überschreiten, am Tag die des reinen Wohngebiets. Die Stadtteilpolitiker sind alarmiert. „Die Spitzenbelastungen betreffen ja sogar Feldmoching“, sagte Max Bauer (CSU). „Dazu kommt noch der Lärm der Autobahn. Wir sollten außerdem berücksichtigen, dass an der Hochmuttingerstraße bald ein neues Wohngebiet entsteht.“ Dieses befände sich dann wie ein kleiner Teil Feldmochings im Bereich der Maximalpegel, nicht aber im Bereich der Dauerschallpegel.

Erhöhte Schutzwürdigkeit der Siedlung

Das besonders vom Lärm betroffene Areal im nördlichen Hasenbergl will der Bezirksausschuss nun unbedingt schützen. Der BA-Vorsitzende Markus Auerbach (SPD) schlägt vor, das allgemeine Wohngebiet an der Thelott- und Fortnerstraße in ein reines Wohngebiet umzuwandeln. Dies sei überfällig, da das Gebiet im Gegensatz zu früher schon seit Längerem fast ausschließlich für Wohnraum genutzt werde. „Wir sollten beim Planungsreferat darauf hinwirken, dass dieser Tatsache entsprochen wird.“

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Das RGU will in einer Stellungnahme ebenfalls auf die erhöhte Schutzwürdigkeit der Siedlung hinweisen. Über mehr Einfluss verfügt das Referat in diesem Punkt nicht. Genehmigungsbehörde für den Umzug ist die Regierung von Oberbayern.

Aktuell läuft ein Planfeststellungsverfahren für die Verlegung der bayerischen Polizeihubschrauberstaffel auf das Gelände der Bundespolizei. Diese hat dort bereits 15 Helikopter stationiert, davon sechs bis sieben im aktiven Dienst. Mit den bayerischen Kollegen kämen fünf weitere Maschinen dazu. Dadurch könnte sich die Anzahl der Flüge von 2500 auf 6500 pro Jahr erhöhen.

Ursprünglich hatte die Regierung von Oberbayern der Bereitschaftspolizei bereits 2013 die luftrechtliche Genehmigung für den Umzug erteilt. Doch die Gemeinde Oberschleißheim erhob Klage und setzte 2015 ein aufwendigeres Planfeststellungsverfahren mit Lärmgutachten durch. Dabei muss noch stärker auf die Vermittlung zwischen den verschiedenen Interessen geachtet werden.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Feldmoching/Hasenbergl – mein Viertel“.

kh

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