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Beinahe-Crash an S-Bahn-Übergang: War menschliches Versagen Schuld am Fast-Unglück?

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Von: Phillip Plesch

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Am Bahnübergang in der Fasanerie wäre es am Dienstag beinahe zum Unglück gekommen.
Am Bahnübergang in der Fasanerie wäre es am Dienstag beinahe zum Unglück gekommen. © Marcus Schlaf

Dass es am Dienstagabend in der Fasanerie zu keinem Unglück mit verheerenden Folgen kam, ist allein der Geistesgegenwart des S-Bahn-Zugführers zu verdanken. Zuvor war es wohl menschliches Versagen, das zu der gefährlichen Situation geführt hatte.

München – Das war knapp! Beinahe wäre es kurz vor der S-Bahn-Haltestelle Fasanerie zu einem Drama gekommen. Denn der Übergang war nicht geschlossen. Autos und Fußgänger wollten ihn am Dienstagabend gerade überqueren, als der Zug heran rauschte. Allein dem Triebfahrzeugführer ist es zu verdanken, dass nichts passierte.

Video: Wer ist schuld am S-Bahn-Planungsdesaster?

München: Zugführer erkannte Situation rechtzeitig und handelte blitzschnell

Wie die Bundespolizei mitteilt, war die S1 von München auf dem Weg nach Freising. Gegen 21.20 Uhr erreichte sie den Haltepunkt Fasanerie. Direkt davor gibt es auf der Feldmochinger Straße einen Bahnübergang – und der war trotz des heranfahrenden Zuges geöffnet. Autos und Fußgänger waren auf den Gleisen.

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Zum Glück erkannte der Zugführer die Situation rechtzeitig und handelte blitzschnell. Er leitete sofort eine Schnellbremsung ein und brachte die S-Bahn tatsächlich noch vor dem Übergang zum Stehen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Der Zugführer erlitt einen Schock und musste abgelöst werden.

Per Hand werden hier seit August die Schranken geschlossen.
Per Hand werden hier seit August die Schranken geschlossen. © Marcus Schlaf

Im August war Senior mit seinem Auto in die Schrankenanlage gekracht

Hintergrund: Im August 2022 war ein Senior mit seinem Auto bei roter Ampel in die Schrankenanlage gekracht. Totalschaden! Da die Erneuerung aufwendig ist, wird der Bahnübergang seitdem mit Bändern händisch von Mitarbeitern geschlossen. An manchen Tagen bis zu über 120 Mal. Die Arbeiten dauern noch bis Mitte des Jahres an. Über den Fahrdienstleiter gibt’s in der Regel eine Info, wann der Zug kommt. Das hatte am Dienstag wohl nicht geklappt.

„Nach ersten Erkenntnissen ist der Beinah-Zusammenstoß wahrscheinlich auf menschliches Versagen zurückzuführen“, teilte die Bundespolizei mit. Die Ermittlungen wegen Gefährdung des Bahnverkehrs laufen.

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