Neues Viertel in Feldmoching

Diskussion um hohe Bauten: Wird im Münchner Norden die „Sau rausgelassen“?

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Wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Münter-Haus darf das „Russenhaus“ an der Raheinstraße 3 bleiben.

Gebaut wird unweit der Allianz Arena ganz sicher. Nun geht es nur noch um die Details - so zum Beispiel die Höhe der entsprechenden Häuser. Das Thema bereitet dem zuständigen Bezirksausschuss Sorgen.

München - Dem Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl wurde nun erstmals der Bebauungsplan für die Siedlung an der Rahein- und Ratoldstraße im östlichen Feldmoching vorgelegt. Zwischen dem Eck Lerchen- und Ratoldstraße im Süden sowie dem nördlichsten Zipfel der Raheinstraße sollen in den kommenden Jahren etwa 900 Wohnungen sowie Gewerbe und zwei Kitas entstehen.

Der BA macht sich nun Sorgen um einen kleinen Teilbereich inmitten des Gebiets, auf dem sich aktuell ein Aldi-Markt und ein Park-&-Ride-Platz befinden. Das Gelände gehört der Allianz und wurde vom Bebauungsplan ausgenommen, obwohl es mitten im Baugebiet liegt. „Was passiert mit diesem Grundstück?“, fragte Max Bauer (CSU). „Wir befürchten, dass dort mit einem hohen Gebäude die Sau rausgelassen wird.“ Das will das Gremium verhindern.

In den Vorplanungen war vor einigen Jahren der Bau eines elfstöckigen Hauses beim Feldmochinger Bahnhof angedacht. Das erntete Kritik. Im Bebauungsplanentwurf nun wurde das Hochhaus „auf sieben Stockwerke heruntergedimmt“, wie es der BA-Vorsitzende Markus Auerbach (SPD) formulierte. Höher als sieben Geschosse bzw. 19 Meter soll den Wünschen des BA zufolge nun auch auf dem bislang ausgenommenen Allianz-Grundstück nicht gebaut werden.

Feldmoching: Bezirksausschuss sieht sieben Etagen als Maximum an

Generell gilt für die neue Siedlung in München-Feldmoching: Die höheren Bauten werden direkt an die Bahntrasse München – Regensburg platziert – zum Schallschutz. Nach Osten fallen die Gebäudehöhen stufenweise ab und passen sich an den angrenzenden Bestand an. Vom Bahnhof nach Süden hin werden die Häuser im Gros zunächst niedriger. Ab dem Jakob-Sturm-Weg steigt die Anzahl der Stockwerke wieder an – passend zur Bebauung im angrenzenden Neuhasenbergl.

Für die Menschen im neuen Viertel verlangte der BA eigene Naherholungsflächen, da das bestehende Angebot nicht ausreiche. „Die Drei-Seen-Platte ist bereits überfüllt“, sagte Max Bauer (CSU). Zudem setzte sich das Gremium für ein Car-Sharing-Angebot, Kurzparkzonen beim Gewerbe, Fassadenbegrünung, mehr Fahrradstellplätze in den Gebäudekellern und eine zusätzliche Buslinie ein. Die Grünen konnten auch ihre Vorstellung, das neue Viertel ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu versorgen, durchsetzen. Eigene Gelder will das Gremium für eine Fahrradbrücke über die Herbergstraße bereitstellen. Der Wunsch: Ein neuer Fahrradweg soll vom 24. Stadtbezirk an der Bahn entlang bis nach Schleißheim führen.

Einen Sonderfall im Bebauungsplan bildet das freistehende alte Gebäude an der Raheinstraße 3. Wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Münter-Haus in Murnau wird es im Volksmund als „Russenhaus“ bezeichnet. Ursprünglich wollte es der Bauherr, die CA Immo, abreißen. Nach Protesten gab es 2018 schließlich die Entwarnung: Das alte Haus mit Mansarddach und Baumbestand wird erhalten. „Aber jetzt gilt es, um die Nutzung zu kämpfen“, sagte der BA-Vorsitzende Markus Auerbach (SPD). Öffentliche Nutzung, etwa durch die Feldmochinger Vereine, sei zwar möglich, aber noch lange nicht garantiert. Angedacht ist nun, durch Aktionen darauf aufmerksam zu machen, dass es Bedarf für ein Bürgerhaus gebe.

Eine Szene wie im Film gab es kürzlich ebenfalls im Norden der Stadt: Es rauchte und qualmte in der U-Bahn, die Passagiere mussten durch den Tunnel evakuiert werden.

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