Feldmoching

Kritik an geplanter Siedlung an der Hochmuttinger Straße

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Die Siedlung soll an der Hochmuttinger, Ecke Herbergstraße in Feldmoching entstehen. Hier eine Luftaufnahme des acht Hektar großen Areals.

Münchens Norden wächst. Eine der vielen neuen Siedlungen soll an der Hochmuttingerstraße in Feldmoching entstehen. Doch schon nach den ersten Plänen hagelt es Kritik.

München - Die Verwaltung hat dem Bezirksausschuss (BA) nun einen Bebauungsplanentwurf für das mehr als acht Hektar große Areal vorgelegt. Die Lokalpolitiker sehen diverse Mängel.

Vorgesehen ist ein allgemeines Wohngebiet mit etwa 62.000 Quadratmetern Geschossfläche. Dazu zählen auch Gewerbe sowie zwei Kitas, ein Nachbarschaftstreff und Räume für Pflegebedürftige. Die Lokalpolitiker rechnen mit etwa 615 neuen Wohnungen. Diese sollen in zumeist drei- oder viergeschossigen Häusern untergebracht werden. Zwei fünfgeschossige Bauten bilden die höchsten Punkte. Im Süden an der Herbergstraße soll es zudem eine dorfwiesenartige, große Grünfläche geben.

Der BA Feldmoching-Hasenbergl kritisiert an den Plänen unter anderem die Gewerbeflächen. Insgesamt stehen 6200 Quadratmeter zur Verfügung, davon 800 für einen Supermarkt. „Wir haben Bedenken, ob sich kleinere Geschäfte dort wirklich halten können. Außerdem reicht die Fläche für den Lebensmittelmarkt nicht aus“, sagt Gabriele Meissner (SPD), Vorsitzende des Unterausschusses Planung, Verkehr, Umwelt. Der BA drängt nun darauf, dass die vorgesehenen 800 Quadratmeter für den Supermarkt an die übrigen Gewerbeflächen angrenzen. So könne dieser gegebenenfalls erweitert werden. Eine Vergrößerung wünscht sich das Gremium auch für den geplanten Nachbarschaftstreff, damit verschiedene Gruppen die Räume gleichzeitig nutzen können.

Des Weiteren fordert der BA für die Siedlung ein Lärmschutzgutachten, unter anderen wegen der nahen A99 und des Hubschrauberbetriebs in Oberschleißheim. Zudem will der BA 4 ein Mobilitätskonzept mit Mietradsystem, E-Bike-Ladestation, Car-Sharing-Angebot, breiteren Fahrbahnen, Radwegen sowie einer Anbindung an die Buslinie 173 mit zwei Haltestellen in der Herbergstraße. Darüber hinaus schwebt den Stadtteilpolitikern eine Fahrradunterführung vor, welche die Gebiete östlich und westlich der Schienen verknüpft.

Wem gehört das Areal in Feldmoching?

Ein Drittel der Siedlungsfläche gehört der Stadt München, der Rest den Immobiliengesellschaften Demos, Wowobau und HI Wohnbau. Auf den städtischen Arealen wird es zu 50 Prozent geförderten Wohnungsbau geben, auf den übrigen zu 30 Prozent. Der BA sprach sich allerdings gegen städtische Wohnungsbaugesellschaften aus. Vielmehr solle der Grund Genossenschaften zur Verfügung gestellt werden.

Der Bebauungsplanentwurf baut auf dem Konzept der Züricher Architekten Ammann Albers Stadtwerke sowie auf dem der Landschaftplaner Burkhardt + Engelmayer aus München auf. Sie haben den städtebaulichen Wettbewerb für das Quartier im vergangenen Jahr gewonnen. Das Planungsreferat geht derzeit davon aus, dass der Entwurf noch vor der Sommerpause dem Stadtrat vorgelegt werden kann. Baubeginn wird frühestens 2019 sein. 

Feldmoching-Hasenbergl: Bauernaufstand gegen Megabau

Viele wichtige Projekte in Feldmoching-Hasenbergl ziehen sich schon Jahre hin und kommen über die Planung nicht hinaus. Das ändert sich 2018 nur bedingt. Fortschritte machen eher kleinere Vorhaben.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Mein Feldmoching/Hasenbergl“.

Katrin Hildebrand

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