Horrorunfall: Diese zwei Männer sind tot

Geisterfahrer wendete vor Allacher Tunnel

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Kamil S. (li., kleines Bild) raste ungebremst in Erktürk K. (r., kleines Bild).

München - Auch an den erfahrensten Rettern ging dieser Anblick nicht spurlos vorbei. Warum wendete Kamil S. vor dem Allacher Tunnel. Das Geisterfahrer-Drama gibt Rätsel auf.

Es war ein Trümmerfeld auf der Fahrbahn: Autowracks, Splitter, Blut. Ein fürchterlicher Unfall sorgte Montag Abend auf der A99bei Ludwigsfeld für einen riesigen Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Ein Geisterfahrer war in zwei Autos gerast und hatte und einen völlig unbeteiligten Autofahrer mit in den Tod gerissen. Auch er selbst starb noch an der Unfallstelle.

Kurz vor 21 Uhr tauchten vor den Augen der Richtung Stuttgart fahrenden Autofahrer plötzlich die Scheinwerfer eines BMW 525 Diesel (197 PS) auf. Am Steuer saß der 22-jährige Kamil S., ein aus dem oberschlesischen Oppeln stammender Schlosser, der bei einem Automobilzulieferer in Dachau arbeitet und in Moosach wohnt. Sein Heimweg führt eigentlich nicht über die A99 – deshalb ist es für die Polizei im Moment auch ein Rätsel, wieso er als Geisterfahrer auf der Autobahn unterwegs war. Zeugen berichteten den Beamten jedoch, dass er auf der A99 kurz vor dem Allacher Tunnel gewendet habe. Von einem Ausweichmanöver zeugt auch die beschädigte Mittelleitplanke an der Stelle.

Kamil S. raste auf der linken Überholspur in falscher Richtung an der Ausfahrt Ludwigsfeld vorbei und rammte unmittelbar danach erst einen A-Klasse-Mercedes, an dessen Steuer ein Ioannis C. (42) saß. Die Fahrerseite des Mercedes wurde regelrecht heraus gerissen, doch der Englschalkinger überlebte den Unfall mit einem Beckenbruch. Heute soll er im operiert werden. Sekundenbruchteile nach dem ersten Crash bohrte sich der 5er BMW in den 1er BMW des Münchner BMW-Arbeiters Ertürk K. (32), der ebenfalls gerade von der Arbeit kam. Ein verheerender Aufprall: Der kleine BMW wird auf die Hälfte seiner Größe zusammen geschoben, auch der 5er BMW des Geisterfahrers ist nur noch ein Blechknäuel.

Kamil S. und Ertürk K. waren auf der Stelle tot, die Feuerwehr konnte nur noch den Dobermann des BMW-Arbeiters schwer verletzt bergen. Schließlich raste noch ein weiterer Autofahrer ins Trümmerfeld, er blieb allerdings unverletzt. Der Sachschaden: insgesamt an die 100 000 Euro.

Warum nur raste Kamil S. falsch auf der A99 Richtung Osten? Ein verhängnisvoller Fehler beim Abbiegen und eine panische Reaktion darauf? Oder war’s sogar Selbstmord? Ein Abschiedsbrief wurde bislang noch nicht gefunden.

Tödlicher Geisterfahrer-Unfall auf der A99

Tödlicher Geisterfahrer-Unfall auf der A99

Johannes Welte, Sebastian Arbinger, Eberhard Unfried

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