Siedlung am Lerchenauer See

Schulschwimmhalle sitzt seit sechs Jahren auf dem Trockenen

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Hier schwimmt schon seit 2011 niemand mehr: Das abgelassene Becken an der Toni-Pfülf-Schule. 

Die Schulschwimmhalle an der Toni-Pfülf-Straße muss dringend saniert werden. Seit sechs Jahren sitzen die Schulen auf dem Trockenen – passiert ist seitdem nichts. Die Menschen im Münchner Norden sind sauer.

München -  Seit 2011 ist das Becken leer. Damals musste das Referat für Bildung und Sport (RBS) die Schwimmhalle der Schule an der Toni-Pfülf-Straße schließen. Bis heute ist die Anlage in der Siedlung am Lerchenauer See nicht wieder in Betrieb. Genutzt wurde sie früher sowohl von den Grund- und Mittelschülern vor Ort als auch von anderen Einrichtungen.

Seit Beginn des laufenden Schuljahrs ist nun auch noch die Turnhalle an der Toni-Pfülf-Straße dicht. Den Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl ärgert das gewaltig. „Es gelingt über ein halbes Jahrzehnt nicht, eine Schwimmhalle für Kinder aus mehreren Schulen und Kitas zu renovieren. Hier sieht man ganz klar, dass der politische Wille nicht da ist“, empört sich Christine Lissner (Grüne). „Aber mit dem Bau eines Konzertsaals, von dem man Anfang des Jahres noch nicht mal wusste, wo er hinkommen sollte, kann man bereits 2018 beginnen.“

Erst Ende 2019 soll das Gebäude fertig sein.

In der Tat ist die Geschichte der maroden Schwimmhalle lang. Nachdem der Badebetrieb 2011 aus statischen Gründen eingestellt wurde, ließ das Baureferat die Halle untersuchen. 2012 stellte die Behörde unter anderem Korrosion an der Stahlbetonkonstruktion und eine mangelnde Dämmung des Dachs fest. Die Kosten einer provisorischen Sanierung schätzten Experten damals auf 400 000 bis 500 000 Euro. Das Baureferat und das RBS entschieden in Anbetracht der hohen Beträge, dass statt der provisorischen nur eine große Instandsetzung rentabel sei. Diese musste aber durch den Stadtrat abgesegnet werden.

Verärgert: Markus Auerbach (SPD) vom Bezirksausschuss

Im Jahr 2012 ging man noch von einem Baubeginn 2014 aus, vor vier Jahren sprach das RBS von 2015. Beides war zu optimistisch. Der Stadtrat gab erst im Juli dieses Jahres sein Okay, im Rahmen des Zweiten Schulbauprogramms. Das Vergabeverfahren, welches das Baureferat darauf startete, blieb allerdings „ohne Ergebnis, die Ausschreibung musste daher wiederholt werden“, wie es von offizieller Seite nun heißt. Markus Auerbach (SPD) vom BA Feldmoching-Hasenbergl sagt dazu: „Sie haben es nicht gebacken bekommen.“ Der BA drängte erst in seiner jüngsten Sitzung auf eine neue Ausschreibung „an einen qualifizierten Bewerberkreis, der willig und fähig ist“.

Das ist offenbar bereits erfolgt und zu einem positiven Ergebnis gekommen, heißt es nun auf Nachfrage. Die ersten Arbeiten beginnen laut Baureferat bereits in den kommenden Tagen. Kosten: etwa 7,7 Millionen Euro inklusive Risikoreserve. Bis Sommer 2018 sollen Dach und Fassade der Mittelschule fertig sein. Die Arbeiten an Sport- und Schwimmhalle dauern bis zum dritten Quartal 2019, so die Prognose. Die Schüler müssen also noch zwei weitere Jahre lang zum Sport und Schwimmen pendeln – bis nach Moosach und ins Hasenbergl.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Mein Feldmoching/Hasenbergl“.

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