Unfassbare Geschichte aus dem Hasenbergl

Panzerwiese: Jogger-Angriff auf Rentner

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Hier läuft der Jogger wild gestikulierend davon. Später fahndete die Polizei nach ihm.

München - "Ein Jogger hat mich und meinen Hund angegriffen", schildert Joachim-Uwe Sch. (51) aufgelöst der tz. Die verrückte Geschichte aus dem Hasenbergl lesen Sie hier.

Es ist ein kühler Morgen. Die Sonne ist gerade aufgegangen. Wie jeden Tag geht Joachim-Uwe Sch. (51) auch an diesem Freitag mit seinen beiden Hunden Fridolin und Rocky um halb acht in der Früh auf die Panzerwiese im Hasenbergl. Kurze Zeit später sitzt Sch. zitternd und mit Prellungen auf dem Boden. „Ein Jogger hat mich und meinen Hund angegriffen“, schildert er aufgelöst der tz.

Joachim-Uwe Sch. mit seinem Hund Fridolin an der Stelle auf der Panzerwiese, wo sich der Angriff ereignet haben soll.

Spitz Fridolin (11) bleibt an diesem Morgen beim Gassi gehen etwas zurück. „Er ist schon sehr alt“, sagt Sch. Den Hund, der früher auf der Straße lebte, hat er aus dem Tierheim. Der Mann kniet sich zu seinem geliebten Spitz hinunter und krault ihn am Hals. Plötzlich hört er hinter sich jemanden rufen. „Diese Drecksköter gehören erschossen, du asoziale, fette Sau!“ Es sollen die Rufe von einem Jogger gewesen sein. Neongrüne Jacke, kurze Haare und stämmige Figur. „Ich hab’ zu ihm ,Schleich di!’ gerufen“, erzählt Sch. „Dann hat er mir mit der Faust voll auf die Brust geschlagen!“ Ihm bleibt die Luft weg. Er taumelt zurück, fasst sich an die Brust. „Ich hatte Angst, dass ich einen Herzinfarkt bekomme!“ Sch. ist schwerbehindert und in Frührente. Er hat bereits einen Infarkt und einen Schlaganfall hinter sich. Deswegen geht er auch immer mit einem Gehstock aus dem Haus. „Der Jogger hat dann Fridolin getreten.“

Beim ersten Mal verfehlt er den Spitz noch. Im zweiten Versuch trifft er den kleinen Hund am Bauch, behauptet sein Herrchen. „Zum Glück hat er ihn nicht voll erwischt!“, sagt Sch.. In seiner Verzweiflung packt Fridolins Herrchen seine Gehhilfe und wimmelt damit den durchtrainierten Sportler ab. Unfassbar: Dieser soll ihm den Stock abgenommen und damit Sch. so fest auf den Arm geschlagen haben, dass das Holz in drei Stücke gebrochen ist! „Er schrie: ,Ich stech’ dich ab, du Sau!‘„ Sch. hat panische Angst und ruft nach der Polizei. Eine Frau kommt ihm zu Hilfe und alarmiert mit dessen Handy die Polizei. Der Jogger flüchtet und dreht sich aus der Ferne wild gestikulierend nochmal um. Sch. macht noch mit seinem Handy Fotos – dann muss er sich durch auf den Boden setzen. Durch den Schock zittert er am ganzen Körper. Als wenig später drei Streifenwagen eintreffen, ist der Sportler bereits weg. „Die Fahndung blieb bislang leider ohne Erfolg“, sagt Polizeisprecher Werner Kraus zur tz.

Joachim-Uwe Sch. ist nach der Tat immer noch fassungslos. Dass der Jogger es ausgerechnet auf seinen süßen Spitz Fridolin abgesehen hatte, ist für ihn unverständlich: „Der hat durch sein Alter nicht einmal mehr Zähne! Der kann gar nicht beißen – nur lutschen! Er hat auch noch nie jemanden angebellt. Fridolin ist ein schüchterner und lammfrommer Hund.“

Joachim-Uwe Sch. und seine Verletzungen an der Hand.

Fast sein ganzes Leben hat Sch. im Hasenbergl gelebt. Er ist hier tief verwurzelt. Es passiert leider öfter, dass Passanten über Hunde motzen. „Das muss man aber überhören.“ Doch so einen Vorfall hat er hier jedoch noch nie erlebt. Auch nicht in seinem früheren Job im Sicherheitsdienst. „So eine Aggression – das ist unfassbar.“

Sch. wird weiter mit seinen Hunden auf der Panzerwiese Gassi gehen. „Doch ich habe jetzt schon ein komisches Gefühl dabei. Aber was soll ich machen? Ich muss ja mit Fridolin raus!“, sagt er.

In Zukunft wird er ein Fernglas mitnehmen und anderen Menschen noch besser aus dem Weg gehen. „Rücksicht auf andere ist doch das Wichtigste! Ich habe wirklich Verständnis, wenn sich jemand an Hunden stört. Ich nehme dann immer die Hunde zu mir. Man muss doch miteinander leben!“

Hoffentlich bekommt der Hundehasser von der Panzerwiese diese Erkenntnis noch.

Florian Fussek

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