"Wie im Schlaraffenland"

Kinderschänder: Was wusste die Stadt?

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Wegen Missbrauchs vor Gericht: Günther K. (56)

München - Ein Kinderschänder ging in einer städtischen Kita im Norden ein und aus. Die Erklärung der Stadt wirft einige Fragen auf.

Ein Kinderschänder ging in einer städtischen Kita im Norden ein und aus – und fühlte sich „wie im Schlaraffenland“. Ein Vater sagt aus, dass der Mann Kinder angefasst hat (tz berichtete exklusiv). Wie kann das sein?

Die Erklärung der Stadt wirft Fragen auf: Man habe doch die Kripo über die Vorwürfe der Eltern informiert, hieß es gestern. Das Verfahren sei jedoch eingestellt worden. Jetzt kommt heraus, wann und warum!

Die Stadt hat die Kripo nach eigenen Angaben im Oktober 2008 kontaktiert. Die Anzeige ging laut Polizei sogar erst im Dezember 2008 ein. Dabei hat sich der spätere Elternbeiratsvorsitzende Ralph Henkler nach eigenen Angaben schon im September 2007 über den Mann beschwert, der seine Tochter auf den Schoß genommen habe. Rund ein Jahr wären demnach die Hilferufe der Eltern verhallt!

Die Stadt war 2008 ohnehin unter Druck geraten: Der mit der Kita-Leiterin bekannte Mann, der zeitweise selbst ein Kind dort hatte, war wegen sexuellen Missbrauchs außerhalb der Kita in U-Haft gekommen. Nur weil der andere Fall so schwer war, stellten die Ermittler den Kita-Fall ein, bestätigt die Staatsanwaltschaft. Das heißt nicht, dass dort nichts war. Jetzt hat sich die Rechtsabteilung des Personalreferates unter Stadtdirektorin Angelika Beyerle eingeschaltet.

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