16-Jähriger fast ertrunken

Lerchenauer See: Badegäste retten 16-jährigem Nichtschwimmer das Leben

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Mustafer unterschätzte das steil abfallende Ufer.

Ein scheinbar harmloser Badesee - für Nichtschwimmer kann er schnell zur tödlichen Gefahr werden. So wie am Sonntag am Lerchenauer See.

München - Plötzlich merkte Askin Akkay am Sonntagnachmittag, dass Panik amLerchenauer See ausbrach. „Ich sah eine riesige Menschenansammlung, Frauen haben geweint“, erzählt der Heizungsbauer am Montag. Um nachzusehen, ob er helfen kann, rannte der 49-Jährige zum Ufer. Akkay sah einen leblosen jungen Mann am Boden liegen, den Badegäste soeben aus dem Wasser gezogen hatten. Blitzschnell reagierte der 49-Jährige, der sich mit Erster Hilfe auskennt, und machte genau das Richtige. „Der Mann hat nicht mehr geatmet. Ich habe gleich mit der Mund-zu-Mund-Beatmung angefangen“, berichtet der Türke. „Ein bisschen hat es gedauert, dann ist der junge Mann wieder zu sich gekommen.Er hat sogar gesagt, es gehe ihm gut.“ Die Wasserwacht kümmerte sich ebenfalls sofort um den Jugendlichen. Per Rettungswagen wurde er ins Krankenhaus gebracht.

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Hat am Sonntag am Lerchenauer See sofort angefangen, den 16-Jährigen wiederzubeleben: Askin Akkay.

Mustafer unterschätzt das Ufer

Der junge Mann ist der 16-jährige Mustafer Ziad. Er war mit seinen Geschwistern, seiner Mutter und seinen Cousins am Sonntag zum Grillen am Südufer des Lerchenauer Sees. Gegen 16.30 Uhr wollte der 16-Jährige sich im seichten Wasser abkühlen. Mustafer kann nicht schwimmen. Er unterschätzte nach Angaben der Polizei das steil abfallende Ufer und geriet in tieferes Wasser. Dort verlor er den Halt. Mustafer konnte nicht mehr stehen. Er geriet mit dem Kopf unter Wasser.

Jetzt liegt Mustafer im Herzzentrum auf der Intensivstation. Seine Familie ist Tag und Nacht bei ihm in der Klinik und hofft, dass es ihm bald wieder besser geht. Sein Cousin Saleh Blasini (29) erzählt am Montag, dass etwa 20 Leute sofort nach Mustafer suchten. „Seine Mutter bedankt sich bei allen, die am See geholfen haben, nach ihrem Sohn zu suchen und ihn zu reanimieren“, sagt Blasini. Die große Hilfe und Anteilnahme war für die ganze Familie überwältigend. Die Mutter (42) flüchtete mit ihren sechs Kindernim Jahr 2014 aus dem Irak nach München. Der Vater verlor dort sein Leben. Mustafer macht gerade eine Ausbildung zum Friseur.

Askin Akkay ist froh, dass er so schnell reagiert hat: „Es hat einen Sinn gehabt, dass ich an diesem Tag am See war.“

S. Wegele

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