Aus Eifersucht

Mordprozess: Frau rammt Mann Schere ins Herz

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Blutiger Angriff mit Schere: Thi-Xuyen D. (43) ist wegen versuchten Mordes angeklagt.

München - Versuchte sie ihren Ehemann zu töten, weil er eine Geliebte hatte? Am 3. September 2013 eskaliert der Ehestreit zwischen Thi-Xuyen D. (44) und ihrem Gatten.

Die Schneiderin ruft ihn gegen Mitternacht an – und droht, dass sie zu seiner Geliebten gehe – um diese zur Rede zu stellen. Kurz darauf treffen alle drei am Stanigplatz zusammen. Laut Anklage des Landgerichts rammte Thi-Xuyen D. ihrem Mann dabei eine Schere mit voller Wucht in die Brust – die elf Zentimeter lange Klinge durchstößt seinen Herzbeutel und verletzt auch die Herzkammer. Lebensgefahr!

Trotzdem ruft die Vietnamesin laut Anklage nicht den Notarzt und lässt ihr Opfer blutend liegen. Nur dank einer Not-OP überlebt er, muss aber zehn Tage lang in der Klinik bleiben. Die Staatsanwaltschaft wirft Thi-Xuyen D. versuchten Mord vor – sie soll aus Heimtücke gehandelt haben. In Tränen aufgelöst sitzt die Vietnamesin gestern auf der Anklagebank und weint so laut, dass der Prozess mehrfach unterbrochen werden muss. „Meine Mandantin bedauert den Vorfall und wünschte, ihn ungeschehen machen zu können. Sie ist erleichtert, dass es ihrem Mann heute wieder besser geht“, lässt sie über ihren Anwalt Timo Westermann erklären.

Die Vorwürfe bestreitet sie aber dennoch vehement. So soll es schon länger zu Gewalt in der Ehe gekommen sein. „Sie wurde vor der angeklagten Tat von ihrem Ehemann geschlagen und wollte sich nur wehren“, lautet die Version der Verteidigung. Demnach habe D. im Affekt gehandelt und nur zugestochen, um sich zu schützen. Dazu war die Attacke angeblich ungezielt: „Ihr war nicht bewusst, welches Körperteil sie trifft.“ Ist das die Wahrheit? Tatsache ist: So betrachtet, könnte D. keine Heimtücke mehr nachgewiesen werden – und es wäre lediglich eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags möglich.

Wie schwer ihr Ehemann verletzt war, sei der Schneiderin außerdem erst bewusst geworden, als er zu Boden ging. Im Schock habe sie ihn dann in die Arme genommen und beruhigend auf ihn eingeredet. „Sie wusste sich nicht anders zu helfen, als ihren Sohn anzurufen – auch wegen der Sprachbarriere“, erklärt der Verteidiger.

Fortsetzung nächste Woche Freitag! Dann sagt der niedergestochene Ehemann aus – und wohl auch die Geliebte.

Andreas Thieme

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