Blitzgeburt in München

Da waren selbst die Helfer überrumpelt: Der kleine Noah war so schnell wie die Feuerwehr

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Momente nach der Blitzgeburt: Vater Gregory Anderson posiert mit seinem Neugeborenen, während im Hintergrund die Einsatzkräfte noch die Mutter versorgen.

Da hatte es einer aber ganz eilig: In weniger als einer Stunde ist der kleine Noah auf die Welt gekommen. So schnell, dass Papa Gregory Anderson noch nicht einmal mehr seine Frau ins Krankenhaus fahren konnte. Zum Glück halfen die Sanitäter der Berufsfeuerwehr.

Der Donnerstagabend beginnt für die Familie Anderson aus Feldmoching ganz normal. Die hochschwangere Mama Deborah bringt ihre beiden Söhne, drei und zwei Jahre alt, ins Bett. Sie gibt ihnen einen Gute-Nacht-Kuss und setzt sich aufs Sofa. Plötzlich zieht es im Bauch: Die Wehen setzen ein. Für die zweifache Mutter keine Premiere, das Paar bereitet in Ruhe alles für den Aufbruch ins Krankenhaus vor. Aber dann hat es Sohnemann Noah auf einmal besonders eilig.

„Noah ist unser drittes Kind, wir dachten, wir seien gut vorbereitet – das hat aber nichts genutzt“, sagt Papa Gregory Anderson einen Tag nach der Geburt. Man kann sich nur vorstellen, wie er sich gefühlt haben muss, als die Wehen seiner Frau in immer kürzeren Abständen kamen. „Aus vier Minuten wurden zwei und dann war es nur noch eine“, sagt der 34-jährige Vater, man hört ihm den Stress vom Vorabend noch an. Die Wehen sind so stark, dass Deborah Anderson nicht mehr laufen kann. Ihr Mann ruft den Notarzt und eine befreundete Frauenärztin an. „Wir haben das Glück, dass die Ärztin bei uns ums Eck wohnt“, sagt der Vater. Die Medizinerin erklärt dem Vater, wie er seiner Frau helfen kann, und macht sich auf den Weg zur Familie.

Plötzlich „stand unsere Straße voll mit Einsatzfahrzeugen“

„Kurz darauf stand unsere Straße voll mit Einsatzfahrzeugen“, berichtet Gregory Anderson. Am Tag danach kann er schon wieder scherzen: „Als die Notärzte zu uns in die Wohnung kamen, war mir schon klar, dass das eine Hausparty wird.“ Er behält Recht: Die Notärzte weisen den Vater an, so viele Handtücher wie möglich zu bringen.

Zehn Minuten später, um 22:38 Uhr, schreit der kleine Noah los. Nach einer ersten Kontrolle durch die Einsatzkräfte – 3550 Gramm schwer, 55 Zentimeter groß – fahren das Neugeborene und seine Mutter in zwei Krankenwagen zur Kontrolle in die Klinik. „Wir sind wieder ins Schwabinger Krankenhaus gefahren“, sagt der 34-Jährige Vater, „da sind unsere beiden anderen auch geboren, und wir wurden ganz herzlich begrüßt“. Auch im Krankenhaus sorgt der Fall für Aufsehen, schließlich passiert so eine Blitzgeburt nicht alle Tage. Den Vater freut es: „Wir haben schon zwei waschechte Münchner Kindl und jetzt noch einen Feldmochinger“, sagt er.

Gregory Anderson ist für die schnelle und routinierte Hilfe durch die Einsatzkräfte dankbar und stolz auf seine Frau. „Unser zweiter kam schon relativ schnell“, sagt Papa Gregory. „Dass es Noah aber noch eiliger hat, auf die Welt zu kommen, damit hat keiner gerechnet!“

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