Vorfall am Montagvormittag

Kritische Nachfragen nach Feuer in U-Bahn-Tunnel: „Trifft es zu, dass ...“

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Qualm in der U-Bahn: Einige Fahrgäste wurden bei diesem Anblick hysterisch.

Eine Szene wie im Film: Es raucht und qualmt in der U-Bahn, die Passagiere müssen durch den Tunnel evakuiert werden. Am Montag passierte genau das im Münchner Norden.

Update vom 4. September, 13.30 Uhr: Zwei Tage nach dem Feuerwehreinsatz im U-Bahn-Tunnel war der Vorfall Thema im Münchner Rathaus. In einer schriftlichen Anfrage an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wirft FDP-Stadtrat Thomas Ranft einige Fragen auf. 

Unter anderem möchte der FDP-Mann wissen, welcher U-Bahn-Zugtyp während des Feueralarms im Einsatz gewesen sei und ob es in der Vergangenheit bereits ähnliche Vorfälle gegeben habe. „War die Ursache für den Blitz ein Kontaktproblem am Stromleiter? Trifft es zu, dass ein beschädigtes Gummi-Bauteil deshalb zu schmoren begann“, hakt Ranft in seiner Anfrage nach. Außerdem sei es von Interesse, welche Maßnahmen nun getroffen würden, um derartige Schäden künftig zu verhindern.

Feuer in U-Bahn-Tunnel: Fahrgast schildert Minuten der Angst

Update vom 3. September, 6.15 Uhr: Ein Bild wie aus einem Albtraum. Die U-Bahn bleibt im Tunnel stehen, nach einem grellen Blitz breitet sich Qualm aus. Es stinkt nach verbranntem Gummi – und das Herz beginnt schneller zu schlagen… Diese Szenen hat Martin Huber (Name geändert) am Montagvormittag erlebt.

Er war Passagier in einem U-Bahnzug der Linie U2. Nach einem technischen Defekt hielt der Zug im Tunnel nahe der Station Harthof – das Fahrzeug wurde evakuiert, die Feuerwehr rettete 100 Menschen. Etwa drei Stunden lang fuhr kein Zug auf dem Streckenabschnitt, oben waren derweil auch die Straßen gesperrt.

München: Feuer in U-Bahn-Tunnel - „Es hat gescheppert und gequalmt“

Um 9.47 Uhr kam der Notruf aus der U-Bahnbetriebszentrale: Der Zugführer sah während der Fahrt einen Blitz und stoppte die U-Bahn sofort, so berichtet es die Feuerwehr. „Es hat gescheppert und gequalmt. Ich habe gleich 112 gewählt, aber der Zugführer hat durchgesagt, dass die Feuerwehr schon unterwegs ist“, berichtet Augenzeuge Huber. „Durch die Lüftung kam Rauch in den Waggon. Es wurde durchgesagt, dass wir uns hinsetzen sollen, weil der Qualm ja zur Decke steigt.“

Laut Michael Solic, Sprecher der Stadtwerke, war die Ursache für den Blitz ein Problem mit einem Kontakt am Stromleiter. „Der Kontakt lag, aus welchem Grund auch immer, nicht an der Metallschiene an – und es kam zum Überschlag“, so Solic. Dadurch sei ein Gummi-Bauteil beschädigt worden. Es begann zu schmoren: der Grund für den Qualm.

U-Bahn in München evakuiert - einige Insassen werden hysterisch

Der Rauch ließ einige Insassen hysterisch werden: „Sie haben Nottüren geöffnet, die der Fahrer wegen dem Qualm alle wieder schließen wollte“, sagt Huber. „Wir sollten uns dann im hinteren Teil des Zuges, also in Richtung Harthof, versammeln“, erzählt der 53-Jährige weiter. Dort warteten die Feuerwehrler, die den Insassen aus dem Zug halfen. Bis zum Bahnhof Harthof waren es dann nur 150 Meter. „Polizei und Feuerwehr waren mit Leuchten ausgestattet und führten uns durch den Tunnel. Es war wie im Film.“ Die Evakuierung habe etwa 20 Minuten gedauert.

Über den Bahnhof gelangten die Passagiere ins Freie. Dort riegelte die Feuerwehr mit etwa 20 Fahrzeugen die Straße ab. „Für die Anfahrtswege mussten wir für circa drei Stunden absperren. Busse haben wir durchgelassen, weil die Leute ja vom Bahnhof wegmussten“, sagt Stefan Osterloher, Sprecher der Feuerwehr. Unter Atemschutz bekämpften zwei Stoßtrupps den Schmorbrand. Anschließend entlüfteten sie den Tunnel.

Insgesamt waren etwa 60 Feuerwehrler im Einsatz. Drei Personen erlitten durch den Rauch leichte Verletzungen.

Muss der fast 90-jährige Rudolf Kluge seine Wohnung wegen einer Eigenbedarfskündigung verlassen? Er hatte geklagt - ein Gutachten könnte nun die Wende bringen.

Brand im U-Bahn-Tunnel: Zug evakuiert - Beeinträchtigungen für Fahrgäste - neue Details

Update von 14.39 Uhr: Mittlerweile hat sich auch die Feuerwehr zu dem Vorfall geäußert. Demnach habe ein Triebwagen der U2 Feuer gefangen, der Notruf kam um 9.47 Uhr von der U-Bahnbetriebszentrale (BZW) der MVG. Durch die Rauchentwicklung wurden drei Personen leicht verletzt, sie wurden vom Rettungsdienst behandelt.

Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, entstand während der Fahrt am mittleren Zugteil im Bereich des Stromabnehmers ein Kleinbrand. Da der U-Bahn-Fahrer einen Lichtbogen bemerkt hatte, hatte er den Zug sofort gestoppt und anschließend die UBZ informiert. 100 Personen saßen in dem Zug fest und mussten evakuiert werden. Dabei wurden die Passagiere von den Einsatzkräften unterstützt, der Zug stand etwa 150 Meter vom Bahnhof entfernt im Tunnel. 

Einsatzkräfte rückten zur Brandbekämpfung vor und konnten nur noch einen kokelnden Gummibalg finden. Die Feuerwehr führte Maßnahmen zur Entlüftung durch und war mit etwa 60 Einsatzkräften vor Ort. Der Zugverkehr war laut Feuerwehr etwa drei Stunden gesperrt.

Feuerwehreinsatz in U-Bahn-Tunnel: U-Bahn-Verkehr wird wieder aufgenommen

Update von 12.52 Uhr: Inzwischen ist der Feuerwehreinsatz beendet, der U-Bahn-Verkehr im Abschnitt zwischen Feldmoching und Harthof wird wieder aufgenommen. Die MVG hat jedoch bereits angekündigt, dass es vereinzelt noch zu Verspätungen und Ausfällen kommen kann.

Update von 11.35 Uhr: Mittlerweile hat ein Großteil der etwa 50 Feuerwehrleute den Einsatzort verlassen. Die Maßnahmen zur Entlüftung des Tunnels laufen derweil weiter. In einem ausführlichen Pressbericht will die Feuerwehr die Hintergründe des Vorfalls erläutern.

Für U2-Pendler stehen laut MVG folgende Alternativen zur Verfügung:

  • ab Feldmoching: S1, Bus 170 (>Kieferngarten) via Harthof, Bus 171 (>Am Hart) via Harthof. 
  • ab Hasenbergl: Bus 60 (>Dülferstraße), Bus 172 via Dülferstraße, Am Hart 
  • ab Dülferstraße: Bus 60 (>Oly.-Einkaufszentrum) via Hasenbergl, Bus 141 (>Scheidplatz) via Harthof, Bus 172 (>Am Hart) 
  • ab Harthof: Bus 141 (>Dülferstraße), Bus 170 (>Feldmoching), Bus 171 (>Kieferngarten) via Am Hart 
  • ab Am Hart: Bus 171 (>Feldmoching) via Harthof, Bus 172 (>Dachbau Bf.) via Dülferstraße, Hasenbergl, Feldmoching

Feuer in U-Bahn-Tunnel: Starke Rauchentwicklung am Montagvormittag

Unsere Erstmeldung von 10.45 Uhr:

München - Ein Triebwagen der Linie 2 hat am Montagvormittag im U-Bahn-Tunnel zwischen den Bahnhöfen Harthof und Dülferstraße Feuer gefangen. Einsatzkräfte evakuierten bei starker Rauchentwicklung den Zug. Etwa 100 Fahrgäste mussten über den Bahnhof Harthof gerettet werden, nachdem die U-Bahn zunächst im Tunnel stecken geblieben war.

München: Feuer in U-Bahn-Tunnel - Einsatzkräfte evakuieren Zug

Mittlerweile ist der Brand gelöscht. Aktuell laufen Maßnahmen zur Entlüftung des Bereichs, wie die Feuerwehr München auf Twitter bekannt gegeben hat.

Es kommt aktuell zu Behinderungen im U-Bahn-Verkehr, Ersatzbusse und kostenlose SEV-Taxis sind unterwegs. Zwischen den Bahnhöfen Feldmoching und Harthof ist kein Zugverkehr möglich. Die Behinderungen werden voraussichtlich noch bis 13 Uhr andauern. Was den Brand ausgelöst hat, ist derzeit noch nicht bekannt.

Bei einem tragischen Brand auf einem Tauchschiff vor der Küste Kaliforniens suchen die Rettungskräfte immer noch nach 34 Menschen. Die Helfer kämpfen weiterhin gegen die Flammen. 

mm/tz

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Kommentare

waff66
(0)(0)

Wieder mal ein unbedeutender und unwichtiger Stadtpolitiker, der endlich mal in die Zeitung kommen will. Also stellt er ein paar dämliche Fragen und das an OB Reiter, der natürlich das alles beantworten kann.
Unglaublich.

Recht haben Alle!
(0)(0)

Wird alles überbewertet ☝🏼☝🏼☝🏼

disgustingAntwort
(1)(1)

Demnächst werden sie auch aufs Oktoberfest verzichten müssen. Grund? Zu viele Kurzschlüsse