Polizisten werden zu Lebensrettern

"Ich sah sie schemenhaft am Gleis liegen"

+
Hier fanden Markus Pöndl (l.) und Ludwig Johann die verletzte Frau.

München - Ihre Ärzte sind überzeugt: Wären die Polizisten Markus Pöndl (36) und Ludwig Johann (25) nicht gewesen, ihre Patientin (69) hätte ihre schwere Kopfverletzung nicht überlebt! Jetzt schildern sie die bangen Minuten.

Der Wettlauf mit der Zeit beginnt am vergangenen Donnerstag: Die Münchnerin dreht am Abend noch eine Runde an der frischen Luft. Ihr Weg führt sie vom S-Bahnhof Feldmoching auf einem Trampelweg durch tiefen Schnee entlang der Gleise zum Bahnübergang an der Lerchenstraße.

Sie geht noch etwa 100 Meter südlich weiter und will dann die Bahntrasse überqueren. Im tiefen Schnee stolpert die 69-Jährige vermutlich über eine Schiene. Sie stürzt und schlägt mit dem Kopf auf. Sie erleidet eine Platzwunde, verliert viel Blut. Die Münchnerin kann noch ihren Mann mit dem Handy anrufen: „Ich liege auf den Gleisen beim Bahnübergang“, sagt sie mit schwacher Stimme. Dann wird sie bewusstlos.

Der Ehemann alarmiert um 19.53 Uhr die Polizei. Sofort machen sich fünf Streifen auf, um den Bereich abzusuchen. Der Zugverkehr wird gestoppt. 17 Minuten nach dem Notruf entdeckt Polizeimeister Ludwig Johann frische Fußstapfen im Schnee. Er folgt der Spur. „Da sah ich die Dame schemenhaft am Gleis liegen.“ Gemeinsam mit seinem Kollegen Markus Pöndl zieht er sie weg vom Gleis, auf die Drudhardstraße. Hier reanimieren die Polizisten die Frau, bis der Notarzt kommt.

Die Frau ist nun auf dem Weg der Besserung. „Wir sind einfach froh, dass wir helfen konnten“, sagen die Beamten bescheiden.

JAM

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Starkbier-Wahnsinn: Mehr Gäste und Gaudi – Anwohner genervt
Starkbier-Wahnsinn: Mehr Gäste und Gaudi – Anwohner genervt
Auf Streife: Münchner Polizeiinspektionen im Portrait
Auf Streife: Münchner Polizeiinspektionen im Portrait
Im Internet: Münchner können jetzt unsichere Orte melden
Im Internet: Münchner können jetzt unsichere Orte melden

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare