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Trotz Beinahe-Drama: Münchner Pannen-Schranke bleibt vorerst in Betrieb – Bahn erklärt Komplikationen

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Von: Lukas Schierlinger, Phillip Plesch

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S-Bahn-Übergang Fasanerie
Der Bahnübergang nahe des Haltepunkts Fasanerie. © Bundespolizei

Um ein Haar wäre es an einem S-Bahn-Übergang in München zu einem folgenschweren Unfall gekommen. Die Reparatur der Schranke zieht sich weiter.

Update vom 9. Januar: Die Pannen-Schranke in der Fasanerie bleibt nach tz-Informationen viel länger als geplant in Betrieb! Erst am Dienstag (3. Januar) vor einer Woche hätte eine S-Bahn dort beinahe Fußgänger erfasst(siehe Erstmeldung). Zum Glück hatte der Triebfahrzeugführer schnell gehandelt und das Drama mit einer Notbremsung verhindert. Da seit August die Schrankenanlage kaputt ist, muss sie händisch geschlossen werden – vor einer Woche war es dabei zu einer Panne gekommen, die Schranke blieb offen.

Pannen-Schranke in München: Neuer Bahnübergang kommt später als gedacht

Nun weitere schlechte Nachrichten. Denn der neue Bahnübergang wird laut Bahn nicht im Frühjahr, sondern erst Mitte des Jahres in Betrieb gehen. „Aufgrund der starken Beschädigungen müssen wir die ältere Anlage komplett erneuern“, teilt ein Bahnsprecher auf Nachfrage mit.

Die gesamte Technik des Bahnüberganges inklusive der Steuerung werde komplett neu errichtet und müsse mit der Signal- und Stellwerkstechnik verknüpft werden. Bereits im Spätsommer sei eine Fachfirma mit der Umsetzung beauftragt worden, doch für Planung und Umbau seien eben mehrere Wochen anzusetzen. Die Bahn betont, dass die Erneuerung des Bahnübergangs hoch priorisiert sei. Bleibt nur zu hoffen, dass bis dahin nichts mehr passiert.

Erstmeldung vom 5. Januar: München - An einem Münchner Bahnübergang wäre eine S-Bahn beinahe mit Autos und Fußgängern kollidiert. Die Schranken nahe der Haltestelle Fasanerie waren trotz des herannahenden Zuges geöffnet, wie die Polizei am Donnerstag (5. Januar) mitteilte.

Der Zugführer konnte einen Zusammenstoß mit einer Schnellbremsung verhindern. Dabei erlitt er einen Schock und musste abgelöst werden. Laut Polizei war die Schrankenanlage an dem Übergang bereits seit August 2022 beschädigt, nachdem ein 80-jähriger Autofahrer dort einen Unfall verursacht hatte.

München: Schranke muss per Hand geöffnet werden – Kommunikationsfehler führt beinahe zu Unglück

Deshalb befinden sich dort rund um die Uhr Mitarbeiter, die den Übergang mit rot-weißen Bändern absperren, wenn eine S-Bahn kommt – bis zu 124 Mal am Tag. Für Passanten stellen die Männer in Leuchtwesten inzwischen ein fast schon gewohntes Bild dar.

Bei dem Vorfall am Dienstag (3. Januar) habe es offenbar einen Fehler in der Kommunikation gegeben: Die Polizei geht von menschlichem Versagen aus und ermittelt jetzt wegen Gefährdung des Bahnverkehrs. (dpa/lks)

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