tz-Stadtteil-Check: Note 2,62

Feldmoching-Hasenbergl: Vorurteile widerlegt

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Uli Seegenschmiedt, Dekan der Evangeliumskirche Hasenbergl, ist mit der Entwicklung des Viertels zufrieden.

München - In einer Serie stellt die tz die Ergebnisse des großen Stadtteil-Checks vor. Diesmal sind wir in Feldmoching-Hasenbergl. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,62.

Wo wohnen die glücklichsten Münchner? Wie beurteilen die Bürger das Angebot für Kultur, Kinder und Senioren? Wie sauber finden sie ihr Viertel – und wie sicher fühlen sie sich dort? Die tz wollte dies und noch viel mehr im größten Stadtteil-Check Münchens wissen. 7000 Leser haben daran teilgenommen und Noten in 23 Kategorien vergeben. Ausgewertet hat sie der Lehrstuhl für Humangeographie und Geoinformatik an der Uni Augsburg. Die Studenten haben ihre Ergebnisse dann auch in den einzelnen Vierteln bei Recherchen und Umfragen in der Praxis überprüft. In einer Serie für alle 25 Stadtviertel stellt die tz jetzt die Ergebnisse vor. Diesmal sind wir unterwegs in Feldmoching-Hasenbergl. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote von 2,62.

Fakten

Fläche in Hektar: 2900

Einwohnerzahl: 58 245

Anteil der Kinder (unter 15 Jahre): 8551

Anteil der Senioren: 11 263

Gründungsjahr: Feldmoching um 500, Hasenbergl 1950

Jahr der Eingemeindung nach München: 1938

Grünfläche in Hektar: 288

Anzahl der Krippenplätze: 361

Anzahl der Kindergartenplätze: 1767

Anzahl der Schulen: 18

Die Stadtteil-Noten im Detail (VERGRÖßERN).

Feldmoching-Hasenbergl ist ein Stadtteil mit zwei Gesichtern. Geteilt wird er vom Feldmochinger Anger. Im Westen: dörfliche Idylle in Feldmoching. Einfamilienhäuser, Naturnähe, ausgeprägtes Vereinsleben und eine rund 1500 Jahre lange Ortsgeschichte sind überall spürbar. Weit weniger beschaulich geht es im Osten zu. Denn hier liegt das Hasenbergl und damit einer der Stadtteile Münchens mit dem schlechtesten Ruf. So geteilt wie der Stadtteil ist auch das Ergebnis im großen tz-Check. Hier hat Feldmoching-Hasenbergl eine Gesamtnote von 2,62 erreicht. Mieten und Immobilienpreise sind nirgends in München so günstig wie hier. Kinderbetreuung und Grünflächen liegen auf Platz 2, bei der Umweltqualität ist der Stadtteil Dritter und das Vereinsleben und die Haustierfreundlichkeit haben die Bewohner ebenfalls positiv bewertet. Weniger gut sieht es bei der Verkehrsanbindung aus: Viertletzter im Check. Bei den Einkaufsmöglichkeiten und Schulen gibt es ebenfalls Nachholbedarf – vorletzter Platz. Und das Seniorenangebot liegt im letzten Drittel.

Doch Feldmoching-Hasen-bergl hat sich erstaunlich gut entwickelt. War es noch vor wenigen Jahren wegen der hohen Kriminalitätsrate verschrien, gibt es hier heute die fünftniedrigste Zahl an Straftaten in München. Auch Uli Seegenschmiedt, Dekan der Evangeliumskirche Hasenbergl, sagt: „Heute wird der Stadtbezirk eher vom schlechten Ruf als von Kriminellen geplagt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich viel getan. Gebäude wurden renoviert, das Einkaufszen-trum Mira gebaut und unzählige soziale Einrichtungen errichtet.“ Es geht aufwärts!

So viel Natur

"Der Grund, weshalb wir vor einem Jahr nach Feldmoching gezogen sind, waren unsere zwei Söhne. Die Naturnähe und die freundliche, ruhige Umgebung ist uns für unsere Kinder sehr wichtig. Das Einzige, was uns nicht passt, ist, dass die Busse im Norden Feldmochings zu selten fahren."

Mein Stadtteil-Tipp: "An heißen Sommertagen gehen wir gern im Cellino in der Josef-Frankl-Straße ein Eis essen."

Nicole Stömmer (32), Sozialpädagogin

Zu wenig Angebote für Junge

Michelle Stgherr.

"An Feldmoching gefällt mir zwar schon das viele Grün, aber für junge Menschen ist es dort einfach zu langweilig. Deswegen bin ich auch hier im Mira Einkaufscenter in Hasenbergl shoppen. Man müsste bei uns auch einfach mehr fürs Nachtleben anbieten."

Mein Stadtteil-Tipp: "Am Feldmochinger See und Fasaneriesee kann man sich an schönen Tagen in die Sonne legen und einfach die Natur genießen."

Michelle Stgherr (21), Büroangestellte

Wilde Mischung

"Mich begeistert die wilde Mischung der verschiedenen Nationalitäten, die in Feldmoching-Hasenbergl nebeneinander leben. Der Stadtteil ist einfach so lebendig. Als Probleme sehe ich allerdings die vielen Schulabbrecher und den schlechten Umgang mancher Jugendlicher hier."

Mein Stadtteil-Tipp: "Die Schlosswirtschaft Oberschleißheim kann man über einen schönen Radweg schnell und einfach erreichen."

Birgit Bestehorn (53), Bibliothekarin

Termine

Bis 29.11.2013: Ausstellung Betonjuwelen „made in hasenbergl“ im Stadtteilkulturzen-trum 2411, Blodigstraße 4. Geöffnet Montags und dienstags von 10 bis 15 Uhr, donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr.

14./15.12.2013: Christkindlmarkt Feldmoching in der Mehrzweckhalle, Georg-Zech-Allee 17. Geöffnet Samstag von 13 bis 18.30 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

15.12.2013: Festliche Klassik zum 3. Advent – eine musikalische Reise durch Europa mit dem Orchester München Nord im Stadtteilkulturzen-trum 2411, Blodigstraße 4. Beginn ist um 19 Uhr.

16.12.2013: Senioren-Weihnachtskonzert im Grüß-Gott-Haus der Evangeliumskirche Hasenbergl, Stanigplatz, Beginn um 14 Uhr.

Die bisherigen Teile:

Obergiesing-Fasangarten: Wird die Zukunft grüner?

Schwanthalerhöhe: Das pure München

Untergiesing-Harlaching: Wo der Fußball wohnt

Milbertshofen-Am Hart: Licht und Schatten

Laim: Münchens grüner Garten

Berg am Laim: Das Schlusslicht

Moosach: Die Idylle in der Großstadt

Au-Haidhausen: Das Dorf im Zentrum

Trudering-Riem: Mix aus Stadt und Land

Schwabing-West: Besser ist's nirgends

Pasing-Obermenzing: Tradition trifft Moderne

Ramersdorf-Perlach: Besser als der Ruf

Neuhausen-Nymphenburg: Paradies für Jung & Alt

Bogenhausen: Sauber, sicher, schick

Sendling: Günstig und gemütlich

Ludwigvorstadt-Isarvorstadt: Wo der Luxus wohnt

Aubing-Lochhausen-Langwied: Die Oase der Ruhe

Maxvorstadt: Die Kultur-Hochburg

Untergiesing-Harlaching: Wo der Fußball wohnt

Altstadt-Lehel: Das Herz Münchens

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