Wird das Hasenbergl komplett untertunnelt?

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Zweitgrößter Stadtbezirk Münchens: Hasenbergl und Feldmoching.

München - Die Stadt prüft die Untertunnelung des ganzen Hasenbergls! Hier erfahren Sie, was genau geplant ist:

Selbst Experten halten den Plan für gewagt, aber er bleibt im Gespräch: Die Stadt prüft die Untertunnelung des ganzen Hasenbergls! Die Röhre stellt eine von mehreren Varianten dar, die den Münchner Norden vom Straßenverkehr entlasten sollen. Stadtbaurätin Elisabeth Merk wollte die Überlegungen am Mittwoch im Rathaus vorstellen, die Debatte wurde aber auf den 1. Juni vertagt. Bekommt München einen neuen Mega-Tunnel?

Die Stadt will unbedingt handeln, denn der Münchner Norden boomt seit Jahren – mit neuer Allianz Arena, 2500 Wohnungen in Nordheide und 1300 in Parkstadt Schwabing, 8000 Jobs im Forschungszentrum von BMW, das der Konzern künftig kräftig ausbauen will (tz berichtete). Dazu sollen noch mal Tausende Wohnungen und Arbeitsplätze kommen. Nur: Straßen und Schienen sind nicht mitgewachsen.

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Bei U6 und U3 wird es in Stoßzeiten jetzt schon eng, stellt die Stadtbaurätin fest. Die S1 durch Feldmoching bis Freising stelle die am stärksten belastete Strecke der S-Bahn dar. Mehr Züge kämen wegen der Bahnübergänge kaum in Frage: Schon jetzt seien die Schranken etwa an der Fasanerie insgesamt bis zu 35 Minuten pro Stunde dicht. Und von der geplanten Tram 24 zwischen Kieferngarten und Am Hart erwarten sich die Planer „praktisch keine Entlastungseffekte“ für den Umland-Verkehr.

Also blicken sie auf die Straßen: Auch die seien völlig überlastet. Durch den Dauer-Stau an der Ausfahrt Ludwigsfeld werde der Verkehr auf der A99 auf bis zu Tempo 60 gedrosselt. Der Stau setze sich in der Stadt fort – etwa auf Dachauer und Ingolstädter Straße. Und BMW schicke täglich 150 Laster durch die Stadt zum Versorgungszentrum Eching.

Drei Auswege halten die Planer für möglich, um den Münchner Norden mit der Autobahn zu verbinden. Das Planungs­referat ließ die Varianten bereits begutachten:

Umgehung Feldmoching:

Hier würden Feldmoch­inger und Schleißheimer Straße verbunden. Kernstück wäre die Ortsumgehung für Feldmoching – entlang der Bahn würde eine Trasse zur A99 führen. Hohe Entlastung der Ortsstraßen bei deutlichen Verbesserungen des Verkehrs, stellen die Gutachter fest. Aber auch: mehr Beton und Eingriffe in Privatgrund. Kein Wunder, dass die Bürgerversammlung in Feldmoching protestiert!

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Hasenbergl-Tunnel:

Hier würde eine fast zwei Kilometer lange Röhre weiter nördlich Schleißheimer und Feldmochinger Straße verbinden. Das würde Grund und Grün wenig beanspruchen, loben die Gutachter, monieren aber die hohen Kosten und vor allem, dass dann auf der Schleißheimer Straße der Verkehr deutlich zunehmen würde.

Verlängerung Schleißheimer Straße:

Das gleiche dürfte im Fall der Verlängerung bis zur Autobahn gelten. Hier sei ein Tunnel zu einer neuen Ausfahrt denkbar. Allerdings führe die Trasse durchs Naturschutzgebiet Hartelholz.

In den nächsten Tagen soll das Abschlussgutachten vorliegen, Stadtbaurätin Merk will alle drei Varianten prüfen und bis Jahresende eine Variante empfehlen. Eine Bürgerversammlung soll die Nachbarn informieren.

Die Grünen melden Nachholbedarf an. „Wir haben sehr große Bedenken“, sagt Stadtrat Paul Bickelbacher und fordert Verbesserungen im Nahverkehr.

David Costanzo

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