Seit 1996 fehlt eine Rolltreppe

S-Bahnhof Feldmoching: Die Treppenschande

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Seit 1996 fehlt hier am S-Bahnhof Feldmoching eine Rolltreppe. Die Rampe wurde zur Müllhalde

München - Wochenlang stapeln sich dort im Untergrund leere Bierflaschen, Kaffeebecher und Chipstüten. Der Grund: Seit 1996 fehlt hier eine Rolltreppe - und niemand fühlt sich dafür zuständig!

 In dem 1996 eröffneten Sperrengeschoss zwischen U-Bahn und S-Bahn gibt es am westlichen Bahnsteig zur S-Bahn eine Treppe, neben der eine leere Rampe gähnt, die mit Gittern abgesperrt ist. tz-Leser Stefan L. ist einer der Fahrgäste, die diesen Saustall täglich anschauen müssen. Er fragt sich: „Darf München mit diesem Anblick seine internationalen Gäste empfangen, die genau dieses Treppenhaus nutzen, um von der Flughafen-S-Bahn in die U-Bahn Richtung Schwabing oder Messe umzusteigen?“

 Er wandte sich bereits Anfang August an die MVG sowie an die S-Bahn, um auf den Missstand aufmerksam zu machen. „Von der MVG wurde mir mitgeteilt, dass die S-Bahn zuständig sei.“ Die wiederum versprach, dass sich das Reinigungsteam darum kümmern werde. Doch passiert ist bislang nichts. Die tz hakte nach: Wieso wurde beim neuen Bahnsteig überhaupt eine Rolltreppe eingeplant, aber nie eingebaut?

Die Bahn erklärt das so: „Beim Umbau des Bahnhofs hatte die Stadt uns gebeten, Platz für eine Rolltreppe zu lassen, die später noch eingebaut werden sollte.“ Die Bahn sei verpflichtet, eine Rolltreppe einzuplanen, da es auch einen Fahrstuhl gebe. „Bezüglich eines Termins für den Einbau wenden Sie sich bitte an die Stadt“, sagt ein Sprecher.

Doch von Seiten des Baureferats gibt es wenig Hoffnung: „Wir haben die Baumaßnahmen für den Bahnhof Feldmoching 1996 abgeschlossen. Die U-Bahn-Anlage umfasst acht Fahrtreppen, die auch alle eingebaut wurden. Mit der Eröffnung im Oktober 1996 wurde das Bauwerk an die Stadtwerke München übergeben“, erklärt Sprecherin Dagmar Rümenapf. Somit fühlt sich die Stadt auch nicht mehr zuständig. Also letzter Versuch bei den Stadtwerken - die Antwort: „Das Bauwerk gehört der Bahn.“ Somit seien auch sie nicht zuständig ...

Johannes Welte

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