Polizei und Studenten der BAW

Problem Unfallflucht: Zu wenige Zeugen?

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München - 18 Millionen Euro Schaden entstehen in München jedes Jahr durch Unfallflucht. Um Zeugen zu finden und die Fälle aufzuklären, verwendet die Polizei spezielle Tafeln. Wie wirksam die sind, soll jetzt eine Studie von Studenten ermitteln.

Etwa 13.000 Unfallfluchten ereignen sich alleine im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München pro Jahr. Für die Polizei eine besorgniserregend hohe Zahl, vor allem wenn man den jährlichen Schaden von rund 18 Millionen Euro bedenkt - und dass nur in München!

Die Münchner Polizei bekämpft das Phänomen der Unfallflucht mit eigenen Ermittlern, die immerhin in 50 Prozent der Fälle den flüchtigen Unfallverursacher ermitteln können. Wichtiges Hilfsmittel bei der Ermittlungsarbeit seien unabhängige Zeugen, denn nahezu jede Unfallflucht wird in irgendeiner Weise von Unbeteiligten wahrgenommen. „Dieses Potenzial an Zeugen wollen wir erreichen und ansprechen“ sagt das Unfallkommando.

Um Zeugen zu finden, stellt die Polizei in Fällen von Unfallflucht diese Tafeln auf.

Deshalb verwendet die Polizei sogenannte Zeugenaufruftafeln, die an Unfallstellen mit hohem Sachschaden oder gar Verletzten aufgestellt werden, um mögliche Zeugen zu erreichen. „Es ist oft der Nachbar im Garten, der im Nahbereich wohnende Fußgänger oder der auf dem Weg zur Schule/Uni/Arbeit befindliche Radfahrer, der uns die entscheidenden Hinweise geben kann“, erklärt das Unfallkommando. „Allerdings wissen diese Personen oft nicht, wie wichtig ihre Beobachtungen sind, da Sie oft glauben, dass der Verursacher auch anders ermittelt werden kann. Um hier noch besser zu werden, probieren wir regelmäßig neue Ermittlungsmethoden aus und stellen bisherige Verfahren auf den Prüfstand.“

Deshalb läuft gegenwärtig eine Studie: In Zusammenarbeit mit fünf Studenten der Bayerischen Akademie für Werbung (BAW) wird derzeit die Wirksamkeit der Zeugenaufruftafel wissenschaftlich untersucht. Dazu finden u.a. Feldversuche statt, wie etwa am kommenden Donnerstag im Bereich des Sendlinger Tors und am Freitag im Bereich Feldmochinger Straße und Treitschke Straße.

Die Kommunikations- und Marketingstudenten setzen sich im Zuge ihrer Arbeit mit der Frage nach der Wirksamkeit der Zeugenaufruftafel auseinander. Ziel ist es, aus der Auswertung der Passantenbefragung Hinweise für eine weitere Verbesserung und Optimierung dieses Fahndungshilfsmittels zu erarbeiten.

„Wer sich schon bei einem hohen Entdeckungsrisiko von über 50 Prozent entschließt andere auf ihrem Schaden sitzen zu lassen und zu flüchten, dem wollen wir mit einer optimierten Zeugenaufruftafel die letzte Hoffnung nehmen, mit so einem Verhalten durchzukommen“, so das Unfallkommando. Denn, die Folgen für einen überführten Unfallflüchtigen sind immens. Neben einem Strafverfahren mit einem empfindlichen Strafrahmen drohen dem Täter dauerhafter Entzug der Fahrerlaubnis sowie Verlust des Versicherungsschutzes.

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