In voller Ski-Montur unterwegs

Neureuther auf Werbetour in der Münchner Tram

München -  Am Dienstag hat Felix Neureuther die Fahrgäste einer Münchner Tram überrascht. Der Slalom-Spezialist fuhr öffentlich vom Stiglmaierplatz zum Olympiapark-West - in voller Ski-Montur. Das hatte einen ganz bestimmten Grund.

Lässig und Kaugummikauend sitzt Felix Neureuther in der Tram. Am Stiglmaierplatz ist er eingestiegen, trägt graue Jeans und schwarze Turnschuhe. Und wäre da nicht die giftgrüne Jacke, auf der in großen Lettern „Germany“ steht, und wären da nicht die Fotografen und Reporter, die sich im Gang des Fahrzeugs drängen, ja, dann würde sich der 29-Jährige einwandfrei in die Szenerie des öffentlichen Nahverkehrs einfügen.

Die Aktion ist eine Idee der Pressestelle des Olympiaparks. Denn dort wird am 1. Januar 2014 das FIS Weltcup-Rennen im Parallelslalom ausgetragen. Neureuther, der das Flutlicht-Spektakel 2013 gewann, macht Werbung für das Event mitten in München - und für die öffentlichen Verkehrsmittel: „Es ist doch toll, wenn die Leute mit der Tram zum Sport fahren können. Es gibt kein Parkplatzproblem und sie sind pünktlich“, sagt er. An der Haltestelle Olympiapark West steigt Neureuther samt Reporter-Trupp aus. In der Olympiahalle geht es bei einer Pressekonferenz weiter.

Der Vorverkauf für das Weltcuprennen hat bereits vor zwei Wochen begonnen. Demnächst wird der See ausgelassen. 35 000 Zuschauer sollen Platz finden, wenn sich die 16 besten Skirennläufer der Welt in K.o.-Duellen herausfordern. Nun muss nur noch das Wetter passen, das in den letzten Jahren das größte Sorgenkind der Veranstalter war: 2012 fiel das Rennen flach, 2013 sorgten Temperaturen um die 20 Grad für Stirnrunzeln. Erst in letzter Sekunde gingen die Profis doch noch an den Start. „Wir hoffen, dass nun bald Winter wird“, sagt der Chef des Münchner Weltcups, Frank Seipp. „Ansonsten haben wir noch einen Geheimtrumpf im Ärmel.“ Und der wird nicht verraten. „Schneedepot haben wir aber keins.“

Felix Neureuther, der sich wegen einer Sprunggelenksoperation noch im Trainingsrückstand befindet, freut sich auf jeden Fall schon auf das Ereignis. „Das kann man nicht mit einem normalen Slalom vergleichen, hier ist Action, Action, Action.“

Action - die hatte Neureuther auch zuletzt beim Weltcuprennen im finnischen Levi, als er sich nach einer spektakulären Flugrolle noch über die Ziellinie rettete. „A bisserl zwickt’s noch“, gibt der gebürtige Münchner zu. „Aber großartig getan hab’ ich mir nichts.“ An einen Wechsel in den Freestyle-Bereich denkt der neu ernannte Skiakrobat dennoch nicht. „Ich hab mal mit einem Sideflip begonnen...“, sagt Neureuther, lacht - und winkt ab. Der hat aber auf der Slalom-Piste nichts verloren. Erst recht nicht am Neujahrstag, wenn ihn 35 000 Zuschauer zur „Titelverteidigung“ schreien wollen.

Merja Schubert

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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