“Er hat mit zwei Frauen gespielt“

Prozess um verbrannte Leiche: Lebenslang für den Feringasee-Mörder

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Heimtückisch und aus niederen Beweggründen: Konstantin V. muss lebenslang hinter Gitter.

Wegen dem Mord an seiner Lebensgefährtin wurde der 33-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest.

Update 3. Dezember, 21.07 Uhr: Es war Mord! Mit besonderer Schwere der Schuld. So lautete das Urteil im Feringasee-Prozess. Dort hatte Konstantin V. (33) die verkohlte Leiche seiner Freundin Beatrice F. (35†) verbrannt, nachdem er sie Tage zuvor in Bogenhausen erdrosselt hatte. „Es war kein tragischer Unfall, sondern vorsätzlicher Mord“, sagte Richter Michael Höhne und sprach die Höchststrafe aus. Weil Konstantin V. seit Monaten eine Geliebte hatte, habe er seine Lebensgefährtin „aus dem Weg räumen wollen“, lautete die Begründung. „Der Angeklagte entschloss sich, die Probleme auf seine Weise zu lösen.“

Im gemeinsamen Zuhause in Bogenhausen habe V. seine langjährige Lebensgefährtin zunächst gestoßen und dann mit beiden Händen erwürgt. Brisant: An der Haustür hatte zuvor die Geliebte geklingelt. Dass Beatrice F. die Tür öffnet und beide Frauen aufeinandertreffen, wollte V. unbedingt verhindern und brachte sie um. „Die Beweislast war erdrückend“, sagte Höhne.

Video: Lebenslang für Mörder von verbrannter Leiche

Konstantin V. habe zwei Frauen belogen und betrogen. Beatrice F. ahnte nicht, dass er fremdgeht. Und Margareta R., der Geliebten, hatte er sich als Single vorgestellt. Rund 1000 Nachrichten in vier Monaten hatte V. ihr geschickt und bereits ein gemeinsames Leben in Holland geplant. Währenddessen führte der Manager die Beziehung mit Beatrice F. weiter, die „nach außen harmonisch wirkte“, so der Richter. 

Beatrice F. wurde von ihrem Lebensgefährten ermordert und am Feringasee verbrannt.

„Emotional hatte sich der Angeklagte aber bereits gelöst und suchte im Internet nach Wegen, sie zu ermorden.“ Am 8. September 2017 setzte V. seinen grausigen Plan um. Unfassbar: Binnen einer Stunde reinigte V. das Haus und verbrachte die Nacht noch mit der Geliebten – während die Leiche im Keller lag. Am Feringasee steckte er sie später in Brand.

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Video: Anwohner äußert sich zu grausamen Leichenfund am Feringasee

Staatsanwalt will Konstantin V. für immer hinter Gitter stecken

München - Im Prozess um die verbrannte Leiche am Feringasee fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den angeklagten Lebensgefährten der Toten. Staatsanwalt Laurent Lafleur beantragte am Mittwochvormittag eine Verurteilung wegen Mordes für Konstantin V. (33). Das Gericht solle zudem die besondere Schwere der Schuld feststellen.

„Ich gehe von einer klaren Tötungsabsicht aus“, sagte Lafleur nach dem vorerst letzten Verhandlungstag, bei dem die Plädoyers unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten wurden. Er wirft Konstantin V. einen Mord aus niedrigen Beweggründen sowie Heimtücke vor.

Verteidigung plädiert für Körperverletzung mit Todesfolge

Mehr als 1000 Nachrichten hatte der Manager mit seiner Geliebten Margareta R. binnen kurzer Zeit ausgetauscht und mit ihr bereits die Zukunft geplant. Die Lebensgefährtin des Angeklagten, Beatrice F., sei da im Weg gewesen. Konstantin V. hat sie aus Sicht der Staatsanwaltschaft im September 2017 brutal ermordet. Die Verteidigung plädierte auf Körperverletzung mit Todesfolge.

Wie die angeklagte Tat genau abgelaufen sein soll, darüber war im Prozess lange gestritten worden. Laut Konstantin V. hatte es sich um „ein schreckliches Unglück“ gehandelt. Beatrice F. war an jenem Tag früher von einer Dienstreise zurückgekehrt. Als V.’s Geliebte Margareta R. an der Haustür in Bogenhausen klingelte, kam es zu einem verhängnisvollen Streit zwischen dem Angeklagten und Beatrice F. - denn erstmals waren beide Frauen im Begriff aufeinanderzutreffen.

Wütend habe F. auf Konstantin V. eingeschlagen, schilderte dieser vor Gericht. Er wiederum habe sie in einer Art Würgegriff festgehalten, beide seien gestürzt, danach habe sie sich nicht mehr gerührt. „Es war keine Absicht“, beteuerte V. Er sei „überfordert“ gewesen.

Leiche erst im Keller versteckt und dann in Brand gesteckt

Die Staatsanwaltschaft glaubte ihm nicht. Die Verletzungen am Kehlkopf der getöteten Frau ließen nur den Schluss zu, dass sie mit beiden Händen erwürgt wurde. Unfassbar, dass V. die Leiche danach erst im Keller versteckte und später in Brand steckte, wie er selbst gestand.

Lafleur zufolge war F. nicht davon ausgegangen, dass sie angegriffen wird. In der Beziehung habe es nie zuvor Gewalt gegeben. Wohl aber ein Doppelleben von Konstantin V., der mutmaßlich zum Mörder wurde. Das Urteil wird für den 3. Dezember erwartet.

Andreas Thieme

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