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Liebesschwüre bis zum Tod

Feringasee-Prozess: So lebte Konstantin V. (33) mit zwei Frauen

Konstantin V. droht lebenslange Haft. Heimtückisch soll Konstantin V. (33) seine Freundin Beatrice V. (35) in Bogenhausen erdrosselt haben – während seine Geliebte Margareta (26) vor der Tür stand.
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Konstantin V. droht lebenslange Haft. Heimtückisch soll Konstantin V. (33) seine Freundin Beatrice V. (35) in Bogenhausen erdrosselt haben – während seine Geliebte Margareta (26) vor der Tür stand.

Er liebte zwei Frauen, doch eine musste sterben. Heimtückisch soll Konstantin V. (33) seine Freundin Beatrice V. (35) in Bogenhausen erdrosselt haben – während seine Geliebte Margareta (26) vor der Tür stand.

München -  Laut Staatsanwaltschaft ein kaltblütiger Mord: Denn das Aufeinandertreffen der beiden Frauen, die nichts voneinander wussten, stand am 8. September 2017 unmittelbar bevor. Mit beiden führte Konstantin V. über vier Monate parallel eine Beziehung. Wie perfide er vorging, beweisen nun die Nachrichten-Verläufe auf seinem Handy, die ein Ermittler gestern vor Gericht verlas.

Margareta R. versprach er die große Liebe 

Rund 5000 Nachrichten tauschte Konstantin V. mit Margareta R. aus – und versprach ihr seit dem ersten Treffen am 9. Juni 2017 die große Liebe. „Du bist diejenige, die ich will. Du bist die eine, an die ich Tag und Nacht denke. Ich bin verliebt in dich und ich möchte immer bei dir sein“, schrieb ihr der wegen Mordes angeklagte Manager. Mehrfach trafen sich beide, hatten Sex und beschlossen, gemeinsam nach Amsterdam zu ziehen. Beatrice F. ahnte davon nichts. Ihr gegenüber verhielt sich V. stets liebevoll. Zwei Tage vor der Tat etwa gab es folgenden Nachrichten-Verkehr:

Konstantin V.: „Hast du gut geschlafen, Schatz?“

Beatrice F.: „Nein, ich bin seit 4:30 Uhr morgens wach.“

Konstantin V.: „Mein armer Kuchen…“

Beatrice F.: „Kann mich ja heute Abend an deinen Waschbrettbauch lehnen, mein Tiger.“

Konstantin V.: „Ich freu mich auf mein kleines Schnitzel. Guten Flug, Baby.“

Beatrice F.: „Danke, Schatz.“

Beatrice F. war völlig ahnungslos

Es sind Chat-Gespräche wie diese, die scheinbare Normalität in der Beziehung vortäuschen. Dabei plante Konstantin V. den Ermittlungen zufolge bereits ab August 2017, Beatrice F. umzubringen: Im Internet suchte er nach Begriffen wie „Schlafmittel Überdosis tödlich“ oder „nicht nachweisbare Gifte“. Beatrice V. beteuerte er trotzdem weiterhin, dass er sie vermisse.

Parallel schrieb der Angeklagte aber auch seiner Geliebten: „Ich kenne den Unterschied zwischen Liebe und Verliebtsein. Du bist alles für mich“, oder: „Kann es kaum erwarten, dich zu sehen“. Emotional und kognitiv war das ein anstrengendes Unterfangen, wie der Ermittler vor Gericht erklärte. Denn mehrfach besuchte Konstantin V. Porno-Webseiten über sein Handy, wenn er in Bedrängnis geriet. Offensichtlich ein Kompensationsverhalten für V., mit der er psychischen Druck abbauen konnte.

Bis zwei Stunden vor dem Mord schrieb der Angeklagte am 8. September 2017 Nachrichten an Beatrice V., die am Abend von einer Dienstreise aus Frankreich zurückkehrte. Auffällig oft fragte er dabei, wann sie genau heimkomme. Um den Mord vorzubereiten? Davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. 

Konstantin V. lagerte die Leiche von Beatrice F. im Keller

Nach der mutmaßlichen Tat lagerte Konstantin V. die Leiche von Beatrice F. im Keller und verbrannte sie dann am Feringasee. Seiner Geliebten schrieb er danach: „Heute Morgen habe ich ausgemistet und den alten Krempel weggeschmissen.“

Selbst den erfahrenen Ermittler hatte das „schockiert“, wie er vor Gericht berichtete. Mehr als 15 Speichermedien hatte er in dem Mordfall ausgewertet, ergiebig waren vor allem die Handys des Angeklagten, seiner Freundin und der Geliebten. 5000 Nachrichten hatten sich auch Konstantin V. und Beatrice F. geschickt – allerdings innerhalb von rund sieben Jahren und nicht binnen vier Monaten, wie V. und seine Geliebte Margareta R.

Sie plante, Anfang September erstmals nach München zu kommen. Konstantin V., das zeigen die Chat-Protokolle, hatte das nicht im Geringsten beunruhigt, obwohl er in Bogenhausen mit Beatrice F. zusammen in einem Haus lebte. Im Gegenteil: Die Hinweise verdichten sich, dass er sie ganz gezielt dort umbringen wollte. Ihm droht lebenslange Haft. Das Urteil soll am 8. November fallen.

Waldarbeiter fanden die verkohlte Leiche von Beatrice F. (35) am Feringasee. Rechts oben sieht man den Brandfleck.

Lesen Sie auch: Mordfall Feringasee: Die Mutter der getöteten Beatrice F. erzählt vor Gericht von der Beziehung des Angeklagten Konstantin V. (33) zu ihrer getöteten Tochter. Im Knast kollabierte der Mord-Verdächtige, der seine Freundin zuerst als vermisst gemeldet hatte. Bei derVernehmung verwickelte er sich jedoch in Widersprüche und wurde festgenommen.

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