Auszeichnung für "Arm und Reich"-Serie

Fesselnd und unterhaltsam: tz gewinnt Dr. Georg-Schreiber-Medienpreis 

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Die tz-Redakteure Peter Schiebel (r.) und Stefan Dorner nahmen den Preis aus den Händen von Andrea Mayerhöfer entgegen.

München - Große Ehre für die tz: Für unsere Serie "München arm und reich - Die Stadt der Gegensätze" haben wir mit der Lokalredaktion den 3. Platz des Dr. Georg Schreiber-Medienpreises geholt.

Millionäre wohnen neben Familien, die jeden Monat nicht mal 1000 Euro zum Leben haben. Die eine Hundehalterin hat nicht genug Geld, um ihrem Liebling Futter zu kaufen. Die andere trägt ihren Vierbeiner in einer Tasche für 680 Euro durch die Stadt. Genau diese Gegensätze wollte die tz in einer großen Serie im Frühjahr 2014 herausarbeiten. Aufzeigen, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft. Dafür gab es jetzt den renommierten Dr. Georg-Schreiber-Medienpreis der AOK für die Redakteurinnen Nina Bautz und Christina Meyer.

Gestern fand im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks der Festakt dazu statt - leider ohne die beiden Preisträgerinnen. Doch sie hatten die schönste Entschuldigung der Welt: Beide sind vor wenigen Wochen stolze Mamas geworden. Als „Schwangerschaftsvertretung“ sprangen deswegen der stellvertretende Chefredakteur Peter Schiebel und Lokal-Ressortleiter Stefan Dorner ein.

Bautz und Meyer belegten hinter den Kolleginnen Anna Schmid (BISS/„Eine Frage der Ehre“) und Lara Fritzsche (SZ-Magazin/ „Unguter Hoffnung“) den dritten Platz in der Kategorie Print. Weitere Ausgezeichnete sind Nataly Bleuel von der Zeit (Sonderpreis für „Herzenssache“), Christiane Hawranek und Nadine Ahr vom BR („Tests mit Nebenwirkungen“/Hörfunk), Philipp Grüll vom BR („Palliativmedizin - zu wenig ambulante Sterbebegleitung“/Fernsehen) und das Selbsthilfegruppen-Magazin kiss aus Nürnberg.

In der Jury-Begründung von Laudatorin Andrea Mayerhöfer (AOK) heißt es für die 13-teilige tz-Serie: „Die Autorinnen haben ein topaktuelles Thema aufgegriffen, das den Leser fesselt, unterhält und zum Nachdenken anregt. Die Geschichten gehen in die Tiefe und sprechen ein großes Publikum an.“

Die tz hatte sich dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln genähert und die Gegensätze in Themen wie Wohnen, Gesundheit, Bildung oder Einkaufen beleuchtet - und auf Doppelseiten herausgearbeitet. tz-Redakteur Markus Christandl hatte zudem an verschiedenen Orten einen Selbstversuch als Bettler gemacht. Bittere Erkenntnis: „Dort, wo die Reichsten sind, geben die Menschen am wenigsten!“  Und zum Schluss durfte der Service nicht fehlen: „So können Sie helfen - und hier bekommen Sie Hilfe!“

Ulrich Brenner, Ex-Leiter der Deutschen Journalistenschule und Jurymitglied: „Wenn das nicht hervorragender Boulevard-Journalismus ist, weiß ich auch nicht!“ Wir bedanken uns herzlich und sehen die Auszeichnung als Auftrag und Antrieb, weiter am Puls der Stadt zu bleiben und Sprachrohr für die Probleme und Themen der Münchner zu sein.

Das sagen die Ausgezeichneten

Preisträgerin Christina Meyer (34) gehört seit 2008 zum Redaktionsteam der tz.

"Wir freuen uns sehr über diesen Preis, da die Arbeit an der Serie im Laufe der zweimonatigen Recherche auch zu einer Herzensangelegenheit wurde. Die Arbeit war sehr aufwendig, da die Themen Geld, Reichtum und Armut auf beiden Seiten sehr sensibel sind."

Preisträgerin Nina Bautz (37) schreibt seit 2006 für die tz.

"Eine Schwierigkeit lag darin, die gegensätzlichen Geschichten von Armut und Reichtum gegenüberzustellen, aber möglichst nicht zu werten. Doch alles war den Aufwand wert. Termine wie bei der Armenspeisung oder  bei einer Flüchtlingsfamilie haben uns auch nach Arbeitsende noch beschäftigt und nachhaltig bereichert."

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