Fester Blitzer am McGraw-Graben

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Noch verhüllt: Der Blitz-Apparat am McGraw-Graben.

München - Bald gehen Verkehrssünder am Mittleren Ring Süd wieder in die Falle.

Münchens berüchtigtster Blitzer geht wieder in Betrieb: Der Geschwindigkeitsmesser am McGraw-Graben. Ragte bis vor kurzem ein einsamer Ständer neben dem südlichen Mittleren Ring empor – stadteinwärts hinter der Auffahrt am St.-Quirin-Platz –, so ließ das Kreisverwaltungsreferat (KVR) am Donnerstag bereits den Foto-Kasten darauf montieren. „Verhüllt, damit die Autofahrer nicht irritiert sind“, sagt Sprecherin Daniela Schlegel. Ihr zufolge geht der Blitzer Ende August in Betrieb und wird dies dauerhaft bleiben.

Wenn alles nach Plan verläuft jedenfalls – denn in der kommenden Woche sollen noch die Induktionsschleifen verlegt werden. Das Gerät reagiert auf Überfahren zweier Schwellen, eine sogenannte Weg-Zeit-Messung. Dafür muss die frische Teerdecke noch einmal aufgefräst werden. „Ein recht kleiner Eingriff“, sagt Schlegel, „aber er ist wetterabhängig.“ Anschließend soll ein Sachverständiger das Gerät eichen, die Prüfung ist für die übernächste Woche vorgesehen. „Sollte das Wetter nicht mitspielen, geht das Messgerät wohl erst Mitte September in Betrieb.“

Für Ärger hatte im letzten Jahr ein Blitzer an der selben Stelle gesorgt, als die Geschwindigkeit dort wegen einer Baustelle auf 30 Stundenkilometer beschränkt war. Heute ist das Tempo-Limit wieder auf 50 festgesetzt. Von Juni bis Dezember 2008 waren 85 000 Verkehrssünder ins Netz gegangen. Drei Millionen Euro Einnahmen aus Bußgeldern hat der Blitzer der Stadt beschert – das KVR musste sich mit Abzocke-Vorwürfen herumschlagen.

Der Vorwurf, stadteinwärts seien die Autofahrer noch die hohen Geschwindigkeiten von der Autobahn 995 gewohnt und gingen deshalb häufiger ins Netz, hält Schlegel für nicht schlüssig: „In dem halben Jahr sind stadtauswärts gut 48 000 Autos zu schnell gewesen, stadteinwärts aber nur gut 36 000. Die Zahlen sprechen dagegen.“ Jeden Tag rollen 80 000 Autos durch den McGraw-Graben.

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