Feuer im Tollwood-Zelt: Es war Brandstiftung

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Das Feuer hat 50 Quadratmeter Zeltdach zerstört

München - Auf dem Tollwood auf der Theresienwiese hat ein Feuer in einem der Festival-Zelte erheblichen Schaden angerichtet. Die Polizei geht inzwischen von Brandstiftung aus.

Er hat schon alles erlebt auf dem Tollwood. „Zweimal hat es uns alle Zelte weggeblasen“, erinnert sich Biwi Labermaier (53) am die Stürme 1999 und 2002. Doch das ist ihm noch nie passiert in den 24 Jahren, die er als technischer Leiter bei dem Müncher Kulturfestival arbeitet: Vorsätzliche Brandstiftung! Und das im 105 Meter langen und 45 Meter breiten Basar-Zelt. Der Schaden liegt bei geschätzten 100 000 Euro. Aber das Tollwood startet trotzdem pünktlich am 23. November, verspricht Labermaier: „Wir sind Profis. Dann müssen wir halt doppelt ranklotzen!“

Bilder vom Brand 

Feuer im Tollwood-Zelt auf der Theresienwiese

Wer den Brand auf dem im Zelt geparkten Anhänger, auf dem Holbauteile für den Zeltboden lagerten, gelegt hat, weiß Labermaier nicht: „Ich kann mir das auch nicht erklären, weil Feinde haben wir keine.“ Er vermutet, dass da „irgendwer dort einfach so gezündelt hat.“ Entdeckt hat den Brand der Arbeiter Jan Wojdok (47). Er kam am Samstagmorgen 20 Minuten zu früh zu seinem Arbeitsplatz - und sah Rauchfahnen und meterhohe Flammen aus einem Loch im Zeltdach lodern. „Ich bekam einen ziemlichen Schreck und rief gleich nach meinem Chef“, erzählt er. Ein paar Minuten später waren auch die restlichen Arbeiter mit allen verfügbaren Feuerlöschern am Zelt. Um 7.45 Uhr kam die Feuerwehr mit 30 Mann und löschte den Brand. Das war nicht einfach, denn auf einem Anhänger brannten Fertigteile aus Holz für den Zeltboden lichterloh.

Noch während die Feuerwehr die letzten Glutnester löschte, holten die Mannen vom Zeltaufbau das eine Tonne schwere oder 15 x 45 Meter große Stück Ersatzplane aus Pirmasens. Dann ließen sie das Zelt herunter, wechselten den Streifen Plan mit dem Loch aus und stellten das Zelt schon gestern Mittag wieder auf. „Wir sind froh, dass es nicht zwei Wochen später brannte“, sagt Labermaier. Denn immerhin waren noch keine Stände in dem Zelt, und auch keine teure Elektrik installiert. Aber auch so ist der Schaden immens: „Allein das Stück Zeltplane, das wir auswechselten, kostet 60 000 Euro“, sagt Labermaier. Jetzt hofft er, dass sich der Rauchgestank bis zur Eröffnung in gut zwei Wochen verzieht. „Wir haben alles mit Dampfstrahlern ausgespritzt und lüften kräftig!“

von Susanne Sasse

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